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500 Geflüchtete haben eigene Wohnung

Hintergrund: 500 Geflüchtete haben eigene Wohnung
FOTO: HS
Dinslaken. Warum die dezentrale Unterbringung eine entscheidende Aufgabe ist, wenn Integration gelingen soll.

Dinslaken (RP) In den Jahren 2015 und 2016 kamen rund 1000 Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt nach Dinslaken. Fast alle fanden eine erste Bleibe in der Gemeinschaftsunterkunft an der Fliehburg. Doch dies ist nur eine temporäre Lösung, das ist allen Beteiligten und auch der örtlichen Politik bewusst.

"Die Integration, vor allem der Menschen mit Bleibeperspektive, kann nur gelingen, wenn diese auch mitten in der Stadtgesellschaft leben und ihren Alltag mit der Dinslakener Bevölkerung teilen", ist Dinslakens Erste Beigeordnete Christa Jahnke-Horstmann überzeugt.

Und so ist es erklärtes Ziel der Stadtverwaltung, Alleinstehende, Eheleute sowie Familien unterschiedlicher Größen und jeden Alters aus den Gemeinschaftsunterkünften hinaus und in normale Wohnverhältnisse zu bringen. Adam Brzoska vom städtischen Fachbereich Wohnungsvermittlung bringt geflüchtete Menschen mit den Vermietern zusammen und berät sie in allen Angelegenheiten - und das mit großem Erfolg.

"In Dinslaken sind wir bei der Vermittlung von Wohnungen für Geflüchtete gut aufgestellt," erläutert die Beigeordnete. "Über 500 Menschen mit Bleibeperspektive konnten wir bereits in eigene Wohnungen im Stadtgebiet vermitteln. Und bis jetzt gab es nahezu keine Beschwerden oder Kritik seitens der Vermieter. Die immer wieder publizierten Negativ-Schlagzeilen über Geflüchtete in eigenen Wohnungen können wir für Dinslaken nicht bestätigen."

Natürlich bestehen bei Zugewanderten und Einheimischen gleichermaßen Unsicherheiten über die gesellschaftlichen Regeln, kulturelle Besonderheiten und rechtlichen Gegebenheiten des jeweils anderen. Daher werden die geflüchteten Familien und Einzelpersonen in ihrer neuen Wohnung auch nicht allein gelassen. Mitarbeiter des Caritasverbandes, der Kirchengemeinden und der Stadt, aber auch viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer begleiten den Weg ins neue Leben. Bedenken und Vorurteile können so aus dem Weg geräumt werden, Schwierigkeiten und Herausforderungen werden schon im Anfangsstadium erkannt und weitgehend gelöst.

Etliche Wohnungen sind auch durch das persönliche Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vermittelt worden, darüber hinaus wird jeder einzelne Auszug zwischen der Stadtverwaltung und der Leitung der Gemeinschaftsunterkunft an der Fliehburg besprochen, um tatsächlich individuell passende Lösungen zu finden.

Eine wichtige Rolle für die Erfolge bei der Wohnungsvermittlung dürfte dabei auch die ständige Erreichbarkeit der städtischen Mitarbeiter und der persönliche Kontakt zu den Vermietern spielen. "Wir führen schon im Vorfeld mit allen Vermietern persönliche Gespräche," erläutert Adam Brzoska. "Sie müssen wissen, dass sie nach der Vermittlung ihrer neuen Mieterinnen und Mieter nicht allein gelassen werden." Ein Ansprechpartner der Stadt stehe jederzeit bei Fragen und aufkommenden Problemen zur Verfügung. Die Nachbetreuung sei damit schon von vorne herein gesichert, dies erleichtere vielen Vermieterndie Entscheidung. Auch jetzt noch sucht die Stadtverwaltung Mietwohnungen aller Größen zur dauerhaften Unterbringung von geflüchteten Menschen.

Interessierte Vermieter können sich an Adam Brzoska wenden, Telefon 02064 428806 oder mobil unter 0157 74378345.

Quelle: RP
 
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