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Dinslaken
A 3 fünf Tage gesperrt: Megastau befürchtet

Dinslaken: A 3 fünf Tage gesperrt: Megastau befürchtet
Alles muss runter von der Autobahn: Fünf Tage lang müssen sich die Verkehrsteilnehmer auf massive Staus gefasst machen. FOTO: ema
Dinslaken. Weil unter der Fahrbahn eine Bombe vermutet wird, wird die Autobahn zwischen Wesel und Hamminkeln in Richtung Niederlande gesperrt. Von Klaus Nikolei

Ab Montag, 19. September, 7 Uhr, steigt die Gefahr für Autofahrer rapide an, in Wesel in einen kräftigen Stau zu geraten. Denn die Autobahn 3 muss zwischen der Anschlussstelle Wesel und Hamminkeln in Fahrtrichtung Arnheim fünf volle Tage lang gesperrt werden. Die ausgeschilderte Umleitung (U 11) führt über die B 58 (Schermbecker Landstraße), die B 70 (Hagerstownstraße), die L 7 (Emmericher Landstraße) und die Bocholter Straße (B 473) zur Anschlussstelle Hamminkeln. Grund für die Vollsperrung sind Sondierungsarbeiten des Kampfmittelräumdienstes auf Hamminkelner Stadtgebiet. Bevor die Fahrbahn der A 3 im Herbst 2018 erneuert werden kann, muss der Untergrund überprüft werden.

Dort wird eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. 37 Sondierungsbohrungen werden zwischen Montagmorgen und Freitag, 22. September, 20 Uhr, durchgeführt.

"Zu der Umleitung durch Wesel gibt es leider keine Alternative", sagt Nicole Ruthert. Sie ist im Weseler Rathaus Teamleiterin im Ordnungsamt und dort auch für Verkehrsangelegenheiten zuständig. Auf Anfrage erklärte sie gestern, dass die Stadt kürzlich bei einer Vorbesprechung des Landesbetriebes Straßen NRW am Standort Krefeld mit am Tisch gesessen habe - zusammen mit Vertretern des Kreises, der Polizei und der Stadt Hamminkeln. "Es haben sich viele Leute sehr viele Gedanken gemacht. Aber am Ende kam man zu dem Schluss, dass es keinen anderen Weg gibt." Das heißt im Klartext: Autofahrer müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. Denn schon an ganz normalen Tagen staut sich der Verkehr in der Hauptverkehrszeit morgens und am späten Nachmittag.

Weil man bei der Stadt damit rechnet, dass Ortskundige versuchen werden, auf Schleichwegen schneller nach Hamminkeln zu kommen, will das Ordnungsamt unter Umständen Durchfahrtverbotsschilder aufstellen. "Wir werden gegensteuern. Uns ist bewusst, dass da eine extreme Situation auf uns zukommt", sagt Nicole Ruthert.

Auch bei Straßen NRW ist man nicht glücklich über die Vollsperrung. Doch gab es nach Angaben von Projektleiter Simon Wieler "tatsächlich keine Alternative". Unter der Fahrbahn, die komplett veraltet und dringend von Grund auf erneuert werden muss, werde nun einmal eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Das hätte die Auswertung von Luftaufnahmen ergeben.

"Nun müssen wir auf einem 400 Quadratmeter großen Areal 37 Bohrungen durchführen. Dabei wird mit Hilfe einer Messsonde geprüft, ob ein metallischer Widerstand vorhanden ist oder nicht", sagt Wieler. Der Idee, den Verkehr einspurig an der Sondierungsfläche vorbeizuführen, wurde schnell verworfen. "Der Standstreifen ist womöglich nicht tragfähig genug, um dem Gewicht von Hunderten Lastwagen pro Tag standzuhalten." Allerdings soll mit Hilfe einer provisorischen Ampel versucht werden, den Verkehrsabfluss zu optimieren.

Quelle: RP
 
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