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Voerde
Abschied von zwei verdienten Lehrern

Voerde. Hans Reimann und Günter Gerharz gehen nach vielen Jahren am Gymnasium Voerde in den Ruhestand.

Das Kollegium des Gymnasiums Voerde (GV) hat am Freitag zwei langjährige Kollegen in den Ruhestand verabschiedet: Oberstudienrat Hans Reimann begann seinen Dienst am Gymnasium Voerde 1981 nach dem zweiten Staatsexamen. 1984 erfolgte die Verbeamtung auf Lebenszeit. 2006 wurde er zum Oberstudienrat ernannt. Hans Reimann war zuletzt Medienbeauftragter der Schule. Diese Funktion wird nun Sebastian Deutsch übernehmen. Außerdem war er zusammen mit Markus Balthaus zuständig für die Berufswahlorientierung am Gymnasium Voerde. An seine Stelle tritt nun Frauke Korfsmeier. Darüber hinaus hat sich Reimann über viele Jahre durch seinen Einsatz für den Frankreichaustausch verdient gemacht, den er organisiert hat. Als Lehrer mit den beiden Korrekturfächern Französisch und Englisch setzte er sich stark für eine Veränderung des Entlastungsschlüssels für Lehrerinnen und Lehrer mit hoher Korrekturbelastung ein. Im Fach Französisch übernahm er zudem den Fachvorsitz.

Der "frankophile Menschenfreund", so sagte Schulleiter Gerd Kube in seiner Verabschiedungsrede, sei ihm stets durch sein Verständnis für schwierige Schüler und seinen Einsatz für schlechte Schüler aufgefallen. Auch in seiner Freizeit setzte sich Reimann für die Belange seiner Mitmenschen ein. So war er beispielsweise viele Jahre Vorsitzender des Fördervereins des Jugendzentrums in seiner Heimatstadt in Hamminkeln.

Nach seiner Pensionierung will er sich weiterhin im Ehrenamt engagieren, im Heimatverein der Stadt Hamminkeln wie auch in der Flüchtlingshilfe. Außerdem stehen aber auch Radfahren und Segeln auf seinem Programm.

"Ich fühle mich wie ein junges Fohlen, das endlich auf die grüne Wiese entlassen wird, nach langer Zeit in diesem Stall, in dem ich meinen Mist hinterlassen habe", sagte Reimann, der für seine bildliche Sprache und seinen liebeswürdigen Humor bekannt war, anlässlich seiner Verabschiedung.

Studiendirektor Günter Gerharz begann seinen Dienst am Gymnasium Voerde im Jahr 1977. 1981 dann wurde er zum Oberstudienrat ernannt, im Jahr 2000 wurde er Studiendirektor. Der Erdkunde- und Geschichtslehrer war viele Jahre lang für die Finanzplanung des Gymnasiums Voerde verantwortlich. Außerdem war er lange Medienbeauftragter der Schule. Zuletzt war er in seiner Eigenschaft als Studiendirektor für die Organisation der Sekundarstufe II am Gymnasium Voerde verantwortlich. Schulleiter Gerd Kube hob in seiner Verabschiedungsrede seine große Souveränität in allen Phasen des Abiturs hervor. Er habe sich stets mit den häufig wechselnden juristischen Bestimmungen des Abiturs sorgfältig auseinandergesetzt und dem Kollegium so Sicherheit vermittelt. Das Abitur am GV ist unter seiner Führung immer reibungslos verlaufen.

Im Kollegium war Gerharz für seine ruhige Art, seinen trockenen Humor und seine Loyalität bekannt. Um seine eigene Person machte er wenig Aufhebens. Aus den dienstlichen Beurteilungen seiner Vorgänger zitiert Schulleiter Gerd Kube: "Er erfüllt seine Aufgaben ohne Eitelkeit. Sein Verhalten gegenüber Schülern ist ohne Anbiederung aber zugewandt." Schülervertreterin Fiona Kalberg lobte an Gerharz vor allem seine "lässige und lustige Art und seine Durchsetzungsfähigkeit."

Für den Privatmenschen Günter Gerharz war die Regionalgeschichte des Niederrheins ein großes Anliegen. Im Jahrbuch der Stadt Wesel veröffentlichte er zum Beispiel mehrere Beiträge zu den preußischen Edikten im Herzogtum Kleve oder zu den Vertriebenen und Flüchtlingen am Niederrhein zwischen 1945 und 1960. Gerharz, der sein Fahrrad liebt, hat aber auch eine Leidenschaft für das Wandern. Nach seiner Pensionierung will er dieser Leidenschaft verstärkt nachgehen und als Nächstes die Eifel wandernd erkunden.

Der gebürtige Rheinländer hat im Laufe der Jahre eine enge Bindung an das Gymnasium Voerde aufgebaut. Zwei Beförderungsangebote an anderen Schulen habe er ausgeschlagen wegen der "offenen, konstruktiven und innovativen Atmosphäre" am GV, wie er sagt. Dennoch wird er nun nach seiner Pensionierung wieder in seine Heimatstadt Köln zurückkehren.

Quelle: RP
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