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Dinslaken
Aha-Effekt mit "Butterfahrt 5"

Dinslaken. Fünf Musiker covern bekannte Stücke bis zur Unkenntlichkeit. Ein gelungener Abend mit Witz, talentierten Stimmen und toller Musik im Ledigenheim. Auftritt von Komiker Helmut Sanftenschneider und Waldorf-Schülern.

Fünf Jungs, gestrandet am Dinslakener Bahnhof, werden von einem Mann mit dunkler Sonnenbrille abgeholt und steigen in seinen mysteriösen Kleinlaster.

Was sich anhört wie der Beginn eines Fernsehdramas, war der Auftakt des Freitagabends im Ledigenheim. Denn sobald die Jungs im Wagen auf Plastik-Gartenstühlen Platz genommen hatten, begann die rasante Fahrt bei schneller Musik durch Dinslaken. Einmal durch den Kreisverkehr, vorbei an der Neustraße, kurzer Stopp für ein Flutschfinger-Eis am Kiosk - und schon hielten sie vor dem Ledigenheim. Der Kurzfilm endete, die Leinwand fuhr hoch und dahinter standen sie - die fünf Jungs der Butterfahrt 5. "Hier ist die Flutschfinger-Bande", begrüßte Philipp Stempel das Publikum, und los ging's.

Mit ihren Cowboy-Hüten und amerikanischem Akzent - "We're from Texas, wanna hear our story?" - interpretierte Butterfahrt 5 einen Song im Country-Stil, so dass erst beim zweiten Hinhören "Modern Talking" erkennbar war.

Ein ähnlicher Aha-Effekt stellte sich beim nächsten Lied ebenfalls erst nach einigen Sekunden ein. In Mönchskutten gekleidet und mit Elektro-Teelichtern in der Hand traten die fünf Jungs bei Kirchengeläut auf die Bühne. Ihr Gesang hätte tatsächlich besser in eine Kirche gepasst - nur der Text von Wolfgang Petry ganz bestimmt nicht: "Wahnsinn, wieso schickst du mich in die Hölle?" Mit Plastikklebestreifen als Bärte begann die nächste Nummer, bei der die ganze Familie aus Budapest mitsingen sollte.

Die Familie war in diesem Fall die Jazz Connection der Waldorfschule Dinslaken, die mit Butterfahrt 5 den Song "Seven Nation Army" mit osteuropäischen Jazz-Klängen versahen. "Irgendwie ist er ein Seelenverwandter von uns, der ist so bescheuert", kündigte Philipp Stempel den nächsten Gast an. Einen gewissen Grad an Verrücktheit bewies Komiker Helmut Sanftenschneider direkt, als er von seiner Sammelleidenschaft berichtete. Zwischen seinen kuriosesten Schlagzeilen präsentierte er eine aus der Apothekenrundschau: "Alzheimer - bald können Sie die Angst davor vergessen." Für weitere Lacher sorgte er mit seinem Lied über das Ruhrgebiet samt Städten.

Nur eine Stadt durfte natürlich nicht dabei sein: "Düsseldorf - nö, komm, geh mir damit wech."

"Der Jazz hat ja nicht so mit euch geklappt", scherzte Rolf Bazzanella, der seit rund acht Jahren die Jazz Connection an der Waldorfschule leitet. Also schenkte er den Jungs der Butterfahrt 5 eine Flöte. "Denn so haben wir alle angefangen."

Was die Schüler der neunten bis zwölften Klasse tatsächlich für Rhythmen auf Saxofon, Klarinetten und Co. spielen können, zeigten sie spätestens bei dem Lied "Feeling good".

Nathalie Müller, Nel Wieschermann und Rebecca Laakmann sangen kraftvoll und harmonierten mit der hauseigenen Big Band. Eine geglückte "Kollision" aus Witz, talentierten Stimmen und toller Musik war der Garant für einen wunderbaren Abend im Ledigenheim.

(schur)
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