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Voerde/Dinslaken
Am geplanten Neubau der B 8 scheiden sich weiter die Geister

Voerde/Dinslaken. Pro aus Friedrichsfeld, contra aus Möllen. Der parteilose Ratsherr Bergmann plädiert für die Verbreiterung der bestehenden B 8.

Auf ein geteiltes Echo stößt der Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes zum Neubau der B 8. Das Vorhaben, das die Stadt Voerde als mit den örtlichen Belangen "unverträglich" bewertet, löst aufgrund der unterschiedlichen Betroffenheit in der Kommune nicht nur negative Reaktionen aus: So konstatiert Werner Ellenberger, 2014 bei der Kommunalwahl als Parteiloser angetreten, dass die Pläne für Friedrichsfeld "ein Gewinn" seien. Zurzeit teile die B 8 den Ort in zwei Teile. Auch die Pendler in Richtung Ruhrgebiet würden davon profitieren, wenn "bei der Anbindung an die A 59 das stauanfällige Nadelöhr in Dinslaken" endlich verschwände, ist Ellenberger überzeugt. Er sorgt sich, dass der Stadtrat Voerde die Neubaupläne einhellig ablehnen wird, "ohne die Friedrichsfelder Argumente ausreichend zu berücksichtigen". Andere Töne sind aus dem Voerder Süden zu vernehmen: Der parteilose Ratsherr Hans-Peter Bergmann aus Möllen fürchtet um die heutige Lebensqualität. Diese werde "skandalös geschmälert", schreibt er in einem offenen Brief an den Voerder SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Krüger. Dieser hatte kürzlich verkündet, dass der Neubau der B 8 zwischen Dinslaken und Wesel komme und betont, dass die hohe Priorisierung des Projektes im Bundesverkehrswegeplan "ein wichtiges Signal für die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur" in der Region sei.

Hans-Peter Bergmann indes teilt die Einschätzung der Voerder Verwaltung, argumentiert mit wesentlichen Einschnitten in die Stadtentwicklung und in den Naturschutz. Für Bergmann liegt die Alternative zum Bau einer neuen B 8-Trasse durch Dinslaken und Voerde auf der Hand, die "pragmatisch, menschenwürdig, naturschutznah und kostengünstiger" sei: die Verbreiterung der existierenden B 8 um mindestens eine Fahrspur. Doch diese Möglichkeit wird im Bundesverkehrswegeplan ausgeschlossen.

Besonders die Anrainer in Dinslaken sehen sich durch den Verkehr auf der B 8 auf das Maximale belastet, wünschen sich eine Entspannung. In Stoßzeiten kommt der Verkehr auf der B 8, über die täglich bis zu 30. 000 Autos rollen, zum Erliegen. Für Entlastung könnte die neue Trasse sorgen, ohne den kompletten Verkehr nach Voerde zu verlagern - argumentiert man in Dinslaken. Denn wer aus Norden oder Süden nach Dinslaken will, würde auch künftig die bestehende B 8 nutzen und nicht durch Voerde fahren. Dass man aber als Voerder gerne die B 8 nutzt, mit den Verkehrsproblemen aber gar nichts zu tun haben will, kommt in Dinslaken nicht so gut an.

Für Dinslakens Stadtverwaltung ist es positiv, dass die neue B 8 auch im neuen Bundesverkehrswegeplan wiederzufinden ist - schließlich stammte die bereits einige Jahre alte Idee aus Dinslaken. Bis auf den vierstreifigen Ausbau in Friedrichsfeld seien die Pläne alt, weiß der Dinslakener Verkehrsplaner Roland Welger. Dass sie bislang nicht umgesetzt wurden, habe vor allem an den befürchteten Eingriffen in die Natur gelegen, so Welger weiter.

Die Dinslakener Politik wird sich aufgrund fehlender Ausschuss-Termine nicht mehr mit dem Thema beschäftigen, die Stadtverwaltung will aber fristgerecht bis zum 2. Mai eine Stellungnahme abgeben.

(P.K./kub)
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