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Dinslaken/Wesel
Anleger müssen keine Zinsen zahlen

Dinslaken/Wesel: Anleger müssen keine Zinsen zahlen
Die Nispa besitzt zwei Hauptstellen, die in Dinslaken (links auf dem Bild) und die in Wesel (rechts). Es ist nicht daran gedacht, eines der beiden Gebäude aufzugeben. FOTO: Miriam Fischer
Dinslaken/Wesel. Die Niederrheinische Sparkasse RheinLippe hat mit rund 30 Millionen Euro ihr Eigenkapital gestärkt. Demnächst gibt es für alle Kunden des Geldinstituts nur noch eine Bankleitzahl: die bisherige der Sparkasse Wesel.

Seit dem 1. Januar 2016 gibt es Nispa, die Niederrheinische Sparkasse RheinLippe. Und bislang ist das neue Geldinstitut, das aus der Fusion der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe und der Verbandssparkasse Wesel hervorgegangen ist, planmäßig unterwegs. Den Jahresabschluss 2015, der noch nicht im Bundesanzeiger veröffentlich wurde, habe man wie geplant hinbekommen, so Sparkassenchef Friedrich-Wilhelm Häfemeier. Dinslaken hatte im vergangenen Jahr das Ergebnis erreicht, das geplant war: Das Geschäftsjahr ist mit einem deutlichen Gewinn abgeschlossen worden.

Und es sei auch gelungen, einen deutlichen Betrag, rund 30 Millionen Euro, in das Eigenkapital zu schieben. Dafür seien stille Reserven der Weseler Sparkasse aktiviert worden, so Häfemeier. Die fusionierte Sparkasse verfüge nun über eine "ordentliche Eigenkapitaldecke". Und dann war da noch die Auflage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin. Sie hatte für die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe am 15. Januar 2015 erhöhte Eigenmittelanforderungen angeordnet. Die Aufsichtsbehörde hatte damit auf festgestellte Verstöße gegen die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation reagiert. Die Folge der Auflage war, dass die Sparkasse Dinslaken für jeden Kredit-Euro 30 Prozent mehr Eigenkapital als Sicherheit vorweisen musste als andere Sparkassen. "Im zweiten Quartal 2016 haben wir die Aufhebung erhalten", sagt Häfemeier.

Nach dem Wegfall dieser Auflage stehe die Sparkasse nun vernünftig und solide da. "Das Eigenkapital in Höhe von 240 Millionen Euro ist ordentlich", sagt Häfemeier. Fügt aber hinzu, dass es nicht zu üppig sei. Die Verantwortlichen der Nispa könnten aber nicht machen, was sie wollten.

Denn auf der anderen Seite ist das Problem der Nullzinsphase geblieben, was die Zinserträge deutlich schmälert. Trotz dieser Entwicklung müssen Privatkunden der Sparkasse nicht befürchten, dass von ihnen Negativzinsen verlangt werden, betont Häfemeier. Man wolle die Kunden begleiten, sie beraten, wie sie ihr Geld anlegen könnten. Bei der Altersvorsorge gehe es in langfristige Anlagen wie Immobilien. Bei mittelfristigen Anlagen, so Häfemeier, führe aber kein Weg an Wertpapieren vorbei. "Sonst habe ich einen schleichenden Werteverlust." An eine schnelle Änderung bei den Zinsen glaubt Häfemeier nicht. Die Niedrigzinsphase werde noch fünf bis zehn Jahre anhalten.

Die Fusion bedeutet für die Mitarbeiter eine große Umstellung, teilweise ist dieser Prozess mit Stress verbunden, räumt Häfemeier ein. Es ist aber auch festzustellen, dass viele Kunden die digitalen Möglichkeiten nutzen, um ihre Bankgeschäfte zu tätigen. Sie ziehen sich Kontoauszüge auf ihre Rechner, tätigen Überweisungen vom heimischen PC aus. "Das führt verstärkt dazu, dass unsere Kunden nicht mehr so oft die Filialen aufsuchen." In diesem Zusammenhang betont Häfemeier, dass die Nispa nicht vorhabe, flächendeckend Filialen zu schließen. Überlegt würden aber Anpassungen bei den Öffnungszeiten.

Die neue Sparkasse verfügt über zwei "Prachtbauten" - die Hauptstellen in Wesel und Dinslaken. Befürchtungen, dass eines dieser Gebäude aufgegeben wird, widerspricht er. Die Hauptstelle in Dinslaken bleibe, der Neubau sei vernünftig ausgelastet. Im nächsten Jahr wolle man sich mit einer Umplanung beschäftigen. Im Raum steht, die neu geschaffene Kundenhalle mit der alten Kundenhalle besser zu verbinden. Möglich wäre auch, nicht benötigte Büroflächen zu vermieten. "Es gibt aber noch kein Konzept, das soll Anfang 2017 folgen", sagt Häfemeier.

Zwar ist der Zusammenschluss der beiden Sparkassen seit dem 1. Januar 2016 amtlich, dennoch gibt es bei den Kunden weiterhin einen Unterschied: Die Dinslakener, Voerder und Hünxer hatten ihre bisherige Bankleitzahl behalten, ebenso die Weseler. Das wird sich im Zuge der technischen Fusion, die bis Ende September abgeschlossen sein wird, ändern. Dann gibt es nur noch eine Bankleitzahl, die bisherige der Sparkasse Wesel. Die Umstellung werde aber keine Auswirkungen auf die Kunden haben, sie erfolge automatisch, sagt Häfemeier.

Wenn jemand am Automaten eine Überweisung tätigt, dann werde die neue Bankleitzahl, die BIC, automatisch eingefügt. Einige Kunden bekommen eine neue Kontokarte, da sie auch eine neue Kontonummer erhalten. Bei den Sparkonten ändert sich nichts. Die Sparkassenbücher bleiben auch nach der technischen Fusion ohne Änderung gültig.

Das ist ein weiterer Schritt im Rahmen der Fusion: Zwischen September und Dezember sollen die letzten Preise angeglichen werden. Weitestgehend seien sie schon einheitlich, so Häfemeier.

(mt)
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