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Voerde
Anwohner leiden unter Dauerparkern

Voerde: Anwohner leiden unter Dauerparkern
Die Parksituation an der Konrad-Adenauer-Straße. Das Parken in zweiter Reihe, so Anwohnerin Carmen Friemond, sei dort inzwischen fast täglich zu beobachten. FOTO: Martin Büttner
Voerde. Freie Pkw-Stellplätze sind an der Konrad-Adenauer-Straße tagsüber zu einer Seltenheit geworden. Betroffene sehen im Anwohnerparken eine Lösung. Stadtsprecher Thomas Pieperhoff sieht dafür gegenwärtig aber keine Chance. Von Heinz Schild

Seit 1993 wohnen Carmen Friemond und Klaus Wille an der Konrad-Adenauer-Straße in Höhe des Bauernhofes der Familie Vahnenbruck. War es früher kein Problem, dort einen Parkplatz zu finden, so hat sich dies im Laufe der Jahre grundlegend geändert. Parkplätze sind längst Mangelware, denn das Parken dort ist kostenfrei. "Inzwischen wird auf der Konrad-Adenauer-Straße oft genug in der zweiten Reihe geparkt. Weil auf der gesamten Straße Schüler des Berufskollegs ihre Fahrzeuge abstellen, die Mitarbeiter des Franziskus-Altenheimes und der Krankenhäuser, die Besucher von Krankenhäusern, Altenheim und Orthopädischer Praxis", beschreibt Carmen Friemond die Situation.

"Wir leiden massiv unter den Dauerparkern", sagt sie. "Manche Parker grüßen wir schon, weil wir sie fast jeden Tag sehen", sagt die Anwohnerin der Konrad-Adenauer-Straße, die selbstständig ist und von zu Hause aus arbeitet. Ihr Vorschlag, um die Parksituation vor der eigenen Haustüre zu verbessern: Einführung von Anwohnerparken.

Eine Lösung für alle

Ihr ist wohl bewusst, dass Parkraum nicht zum Nulltarif zu haben ist, dass Krankenhäuser wichtige Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler für die Kommune sind. Doch es könne nicht sein, dass ein großer Arbeitgeber sich ständig vergrößere, aber nicht ausreichenden Parkraum schaffe. Das Anwohnerparken wäre aus ihrer Sicht eine gerechte Lösung für alle. "Die Stadt könnte Geld von den Anwohnern kassieren und die Parkflächen mit Parkscheibe bewirtschaften - zwei bis drei Stunden sollte für einen Arzt- oder Krankenbesuch durchaus reichen", meint Carmen Friemond.

Allerdings hat die Anwohnerin nach ihren bisherigen Erfahrungen wenig Hoffnung, dass ihr Wunsch nach Anwohnerparken in Erfüllung geht, da Politik und Verwaltung das Problem an der Konrad-Adenauer-Straße ignoriert hätten. "Glückliche Innenstadtbewohner", findet Carmen Friemond, wenn sie daran denkt, dass es in der City künftig Anwohnerparken geben soll. "Hätten wir nicht schon im Zuge der Frei-baddebatte den Verdacht gehabt, dass es in Dinslaken Einwohner erster und zweiter Klasse gibt, so ist es uns jetzt endgültig klar geworden. Der Wohnort bestimmt darüber, was ein Einwohner von dieser Stadt zu erwarten hat", so Carmen Friemond.

Der Bereich der Konrad-Adenauer-Straße ist nach Aussage von Thomas Pieperhoff, Sprecher der Stadt Dinslaken, "nicht für Anwohnerparken prädestiniert". Er sieht gegenwärtig keine Chance, dass es dort eingeführt wird, wie er auf Nachfrage der RP erklärte. Anwohnerparken sei zuerst für den Innenstadtbereich vorgesehen, der etwa bis zum Kreisverkehr am Evangelischen Krankenhaus reiche, dazu gehöre die Konrad-Adenauer-Straße nicht. Die Straßenparkflächen der Konrad-Adenauer-Straße seien für Anliegen und auch für andere Autofahrer gedacht. In der Parkraumunterschung ist dieser Bereich der Innenstadt-Peripherie nicht enthalten, weshalb die Verwaltung, so Pieperhoff, keine Aussagen über die dortige Parkplatzbelegung treffen kann. Anwohnerparken sei zudem nur auf bewirtschaften Flächen möglich.

Die Verwaltung wird nach Aussage von Thomas Pieperhoff die Kritikpunkte und Anregungen der Anwohner aufnehmen. Der städtische Fachdienst Ordnung werde sich die Parksituation an der Konrad-Adenauer-Straße vor Ort anschauen. "Wir werden es beobachten, um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie die Situation dort tatsächlich ist", erklärte Pieperhoff. Werde dort verkehrswidrig geparkt, beispielsweise in zweiter Reihe, was verboten sei, so würde dies dann auch geahndet, kündigte Thomas Pieperhoff gegenüber der RP an.

Quelle: RP
 
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