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Dinslaken
Arbeiter eingequetscht: Unfall gibt Rätsel auf

Dinslaken. Gericht will anhand eines Gutachtens klären, was sich in Dinslakener Montagehalle zugetragen hat.

Die Umstände eines Arbeitsunfalls in Dinslaken sollen jetzt erneut vor Gericht geklärt werden. Einem Unternehmer wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Er hätte den Unfall verhindern können, glaubte das Dinslakener Amtsgericht und hatte den Mann zu einer Geldstrafe von 7500 Euro verurteilt. Ein Arbeiter war von einem herabfallenden Rohr getroffen worden und hatte unter anderem mehrere Rippenbrüche davongetragen. Die Tunnelröhre aus Wellblech hatte den am Boden liegenden Arbeiter in einer Montagehalle in Dinslaken eingequetscht, nachdem sich ein Haken an der Befestigung löste. Die Berufsgenossenschaft hatte daraufhin den Hergang rekonstruiert und den Unfall als Arbeitsunfall anerkannt. Es sei die Aufgabe des Angeklagten, dem Geschäftsführer der Montagefirma, gewesen, für ausreichende Sicherheit und Beaufsichtigung zu sorgen, hieß es in erster Instanz.

Aufgrund der unterschiedlichen Aussagen müsse allerdings ein Sachverständiger her, um genau zu klären, was in der Halle geschah, folgerte das Duisburger Landgericht gestern. Der 35-Jährige hatte angegeben, dass die Röhre nicht auf den Mann fiel. Sie sei an einer Aufhängung heruntergelassen worden.

Der Geschädigte konnte gestern keine Stellung nehmen. Er hätte aus der Haft vorgeführt werden sollen. Erst während der gestrigen Verhandlung wurde deutlich, dass er geflohen ist. Wann er als Zeuge aussagen wird, ist daher fraglich. Ein teures Gutachten müsse außerdem anhand der Verletzungen klären, ob der Unfall, so wie er geschildert wurde, überhaupt möglich war, forderte der Richter. Man werde mindestens drei Verhandlungstage benötigen, um das aufzuklären. Er halte auch eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen für denkbar. Außerdem könne man von einem erheblichen Mitverschulden des Opfers ausgehen. Der Verteidiger lehnte den Vorschlag des Richters ab. Mit einem Einverständnis der Einstellung befürchte er, dass sein Mandant auch die Folgekosten für den Unfall tragen muss. Das sei im Falle eines Freispruchs anders. Auch durch Argumente des Vorsitzenden wollte er sich nicht vom Gegenteil überzeugen lassen. Das Verfahren wurde ausgesetzt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

(BL)
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