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Dinslaken
Arzt aus Japan begleitet Friedensdorf-Patienten

Dinslaken: Arzt aus Japan begleitet Friedensdorf-Patienten
Der japanische Arzt Dr. Yukihisa Yagura bei einem seiner Hilfseinsätze für das Friedensdorf. FOTO: FI
Dinslaken. Solch eine Statistik gibt es selten. Trotzdem ist der 54-jährige Japaner Yukihisa Yagura weder Weltreisender noch Workaholic. Seit 2007 kommt er für kranke Kinder aus aller Welt ins Friedensdorf nach Oberhausen, seit 2010 viermal jährlich für zwei Wochen. Dr. Yukihisa Yagura, der deshalb 104.000 Kilometer pro Jahr im Flieger zurücklegt, ist Arzt und Unfallchirurg. Auch kürzlich bei der Ankunft von über 125 Kindern am Düsseldorfer Airport war er dabei. Er begleitete mehr als die Hälfte der Neuankömmlinge, die in drei Bussen ins Friedensdorf gefahren wurden. Nach ihrem langen Flug sorgte er so mit für ihre Sicherheit und Gesundheit. Noch eine Zahl beeindruckt: Der Weitgereisteste unter den Ärzten, die rund um Friedensdorf-Hilfsflüge zwischen Tadschikistan, Afghanistan, Angola und Oberhausen für das medizinische Wohl der Kinder sorgen, war jetzt zum 30. Mal ehrenamtlich auf diese Art für die Kinderhilfsorganisation aktiv. Während Rotkreuz-Sanitäter andere Kinder direkt vom Flughafen bundesweit in Krankenhäuser brachten, stand der japanische Marathon-Mann und Mediziner nach der Ankunft auch in der Nacht rufbereit im Friedensdorf zur Verfügung.

Am Tag vor dem großen Einsatz machte Dr. Yagura im Gespräch trotz aller Aufgaben aber keinen gestressten Eindruck. Eher ruhig und leise antwortete er auf Fragen zu Begegnungen mit "Friedensdorf-Kindern" und zu seiner Person. Warum engagiert er sich so konstant - und wie vereinbart er seinen Friedensdorf-Einsatz mit seinem Beruf als Operateur auf der nordjapanischen Insel Hokkaido? Eine Festanstellung in der Klinik gab der Vater dreier erwachsener Kinder zugunsten des heute stundenweise vergüteten Engagements in einem anderen Hospital auf. Deshalb passen die vier Deutschland-Flüge im Jahr des Schalke-Fans und 780.000-Flug-Kilometer dafür in allen Jahren auch privat in das Zeitfenster. Warum er 2007 mit seinem Friedensdorf-Engagement begann? Er berichtet von einem Erlebnis als Zehnjähriger, das ihn prägte. "Mein Skilehrer hat uns vermittelt, dass auch Gleichaltrige mit körperlichen Handicaps unseren Sport im kühlen Hokkaido wirklich leben können." Um benachteiligten Kindern zu helfen, wurde er Arzt. "Menschen sollen von Jugend an nicht unter Nachteilen leiden, sondern sie annehmen können." Zum Friedendorf kam er nach einem Bericht im Fernsehen. Mit Blick auf die Patienten dort hält der Arzt und Familienvater einen ganz wichtigen Beweggrund für sein Ehrenamt fest. "Alle Kinder hatten keine Wahl, wo sie geboren wurden." Und für die, die aktuell nach Deutschland gekommen sind, gab es aufgrund ihrer Diagnosen keine Hilfe in Afghanistan oder Usbekistan mehr. Dr. Yagura: "Solche Ungerechtigkeit will ich nicht akzeptieren, alle brauchen Hilfe und Liebe."

Quelle: RP
 
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