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Dinslaken
Asylverfahren gehen beschleunigt voran

Dinslaken. Gemeinsame Aktion der Stadt Dinslaken, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingsfragen, der Bezirksregierung Arnsberg, des Caritasverbandes und der Polizei ist ein Erfolg. 46 positive Entscheidungen liegen vor. Von Heinz Schild

Das Stellen eines Antrags auf Asyl ist die Grundlage eines jeden Asylverfahrens. Flüchtlinge, aber auch die Stadt Dinslaken und weitere beteiligte Behörden und Organisationen haben ein Interesse daran, dass solche Verfahren schnell eingeleitet und über den Antrag möglichst zeitnah entschieden wird. Besonders für Asylbegehrende ist die Zeit des Wartens und der Ungewissheit über das eigene weitere Schicksal belastend und nur schwer zu ertragen. In einer gemeinsamen Aktion haben die Stadt Dinslaken, das Bundesamt für Migration und Flüchtlingsfragen (BAMF), die Bezirksregierung Arnsberg, der Caritasverband Dinslaken und die Polizei rund 460 Flüchtlingen die Möglichkeit geben, einen Asylantrag zu stellen, davon machten mehr als 380 Gebrauch. Mittlerweile haben 46 von ihnen eine positive Entscheidung vom zuständigen Bundesamt erhalten. "Die Asylverfahren gehen voran", sagt Natascha Betke, die als Flüchtlingskoordinatorin bei der Stadt Dinslaken tätig ist.

Im vergangenen Monat wurden zu zwei Terminen ( 21. und 22. September) Flüchtlinge, die in der Gemeinschaftsunterkunft Fliehburg leben, mit Bussen zu den Ankunftszentren des BAMF nach Münster und Bielefeld gefahren, wo sie einen Asylantrag stellen konnten. Zudem fanden in Münster bereits einige Anhörungen statt, daher auch die bislang 46 positiven Entscheidungen. In den Ankunftszentren kann nach Behördenangaben ein Teil der Asylverfahren innerhalb von 48 Stunden abgeschlossen werden. Aus unterschiedlichen Gründen wurden von einigen in Dinslaken lebenden Flüchtlingen keine Asylanträge in Münster oder Bielefeld gestellt. Dies lag bei Kindern beispielsweise daran, dass sie über das Asylverfahren ihrer Eltern laufen, andere Betroffene hatten bereits vorher einen Antrag gestellt, wie Natascha Betke berichtet.

Bevor es zu den Ankunftszentren ging, wurden die Flüchtlinge in der Fliehburg darauf vorbereitet, sie erhielten eine schriftliche Einladung und Informationen, was dort passiert. "Die meisten Briefe wurden den Flüchtlingen persönlich übergeben", so Betke, um sofort Fragen der Betroffenen beantworten zu können. Die Aktion bewertet die Flüchtlingskoordinatorin positiv, weil dadurch die Asylbegehrenden im Verfahren einen Schritt weiter gekommen sind, einige von ihnen bereits eine positive Entscheidung erhalten haben. Natasche Betke war es wichtig, den Menschen vor Fahrtantritt Sicherheit und ein gutes Gefühl mit auf den Weg zu geben, ihnen durch persönlichen Zuspruch ein Stück weit die Angst zu nehmen. Deshalb verabschiedete sie die Flüchtlinge mit den aufmunternden Worten "Wir sehen uns dann morgen wieder".

Auch aus Sicht der Caritas, die für die Betreuung der Flüchtlinge in Dinslaken zuständig, war die gemeinsame Aktion ein Erfolg und von den Beteiligten gut vorbereitet, wie Caritasdirektor Michael van Meerbeck erklärt. Nach seiner Einschätzung ist Integration ein langwieriger Prozess, der sieben bis zehn Jahre dauern kann.

Quelle: RP
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