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Dinslaken
Auftritte im Provisorium gelungen

Dinslaken: Auftritte im Provisorium gelungen
Viel Platz nach oben gab's in der Hiesfelder Aula nicht, dennoch legten die Westerwaldsterne einen gewohnt gekonnten Auftritt hin. FOTO: DKV
Dinslaken. Die Kathrin-Türks-Halle ist dicht. DIN-Event muss improvisieren. Bis jetzt funktioniert das ganz gut, wie das Wochenende zeigte. Von Jörg Werner

Die Westerwaldsterne schleuderen die Tanzmariechen in die Luft. Das ist gewagt. Die Decke in der Aula des Gustav-Heinemann-Schulzentrums lässt nur wenig Platz nach oben. Doch das Timing der karnevalistischen Truppe aus Uckerath stimmt. Die Besucher, die ob der mutigen Tanzfiguren besorgt die Luft angehalten hatten, können beruhigt wieder ausatmen und belohnen die Akteure mit heftigem Applaus - für ihr akrobatisches Können, genauso wie für ihren Wagemut.

Von Hiesfeld in eine andere Aula - die des Otto-Hahn-Gymnasiums an der Hagenstraße. Dort feiert die Burghofbühne ihre Dinslaken-Premiere von Ibsens "Der Volksfeind". Die Schauspieler müssen sich an den neuen Spielort gewöhnen. Auch hier geht alles gut. Das Publikum beklatscht eine spannende Inszenierung.

Zwei ganz unterschiedliche Veranstaltungen, ein Fazit: die Ausweichspielorte haben sich durchaus bewährt. Birgit Kerschel, Geschäftsführerin des Dinslakener Karnevalsvereins Blau-Weiß, zeigte sich dann gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post auch ganz zufrieden. "Unter den gegebenen Umständen haben wir das Beste aus der Situation gemacht und unsere Publikum eine wirklich schöne Prunksitzung geboten." Sicher, als die Karnevalisten die Nachricht erhielten, dass die Stadthalle diesmal nicht zur Verfügung stehen würde, weil sie aus Brandschutzgründen geschlossen werden müsste, habe es schon die ein oder andere schlaflose Nacht gegeben und intensive Diskussionen in den Vereinsreihen. Doch sei es für den Verein keine Alternative gewesen, die Sitzung ausfallen zu lassen. "Jetzt nach der Veranstaltung können wir sagen, wir haben alles richtig gemacht", zieht Kerschel ihr Fazit.

Auch die finanziellen Einbußen, die der Verein wegen des Umzugs in die kleinere Schulaula, wo zudem wegen des Auftritts der Westerwaldsterne nicht voll bestuhl werden konnte, weil die Truppe wegen der geringen Höhe vor der Bühne tanzen musste, hielten sich in Grenzen. "Wir haben unser volles Programm anbieten können, so dass wir die Eintrittspreise nicht reduzieren mussten", erklärt Kerschel und sie lobt das Team von DIN-Event um Jörg Springer, von dem die Karnevalisten hervorragend unterstützt worden seien.

Nicht ganz so zufrieden zeigte sich Burghofbühnen-Intendant Mirko Schombert mit dem Spielort im OHG, aber auch aus seiner Sicht ist alles gut gelaufen. "Von den technischen Gegebenheiten hat alles gepasst", sagt er. Allerdings habe die Inszenierung in einem verkleinerten Bühnenbild stattfinden müssen. Zudem könne die Schule nicht das Ambiente bieten, das zu einer Premierenfeier, wie sie die Burghofbühne traditionell veranstaltet, gehört und die aus Schomberts Sicht wichtig ist für die Bindung zwischen dem Theater und seinem Publikum. Der künftige Spielort der Bühne soll allerdings ohnehin das Tribünenhaus der Trabrennbahn werden. "Da haben wir eine größere Bühne und wir werden auch alles daran setzen, dort das passende Ambiente zu schaffen", sagt der Intendant. Mit der Zusammenarbeit mit DIN-Event ist er ebenfalls ausgesprochen zufrieden.

Quelle: RP
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