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Reportage Am Montag
Aus dem Ruhestand in die Suppenküche

Reportage Am Montag: Aus dem Ruhestand in die Suppenküche
In der einen Kelle die Erbsen- und in der anderen die Gulaschsuppe. Peter Schmidt war jetzt zum zweiten Mal mit seinem Angebot, das noch einige weitere Eintöpfe umfasst auf verschiedenen Märkten vertreten. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Von Donnerstag bis Samstag ist Peter Schmidt aus Wesel-Büderich mit "Peters Suppenküche" auf den Wochenmärkten in Hiesfeld, Voerde und Friedrichsfeld unterwegs und verkauft Suppen und Eintöpfe mit Zutaten aus der Region. Von Florian Langhoff

Dinslaken/WeseL Zum zweiten Mal baut Peter Schmidt auf dem Jahnplatz in Hiesfeld seinen Markstand auf. Wobei aufbauen eigentlich das falsche Wort ist - er parkt. Denn "Peters Suppenküche", wie der 67-Jährige seinen Marktstand nennt, befindet sich im Inneren eines umgebauten Wohnwagens. "Den habe ich selbst umgestaltet", berichtet er. "Allerdings ist er noch nicht ganz fertig. Er soll noch ein wenig Farbe bekommen." Die bunte Beschilderung weist allerdings schon auf das Angebot hin, dass es hier gibt. Neben dem Schriftzug mit dem Namen des Standes finden sich überall an der Außenseite des Wagens auch schon Preislisten. Zwischen drei und vier Euro kosten die Portionen von Suppen und Eintöpfen bei ihm. Zu einigen gibt es mit Würstchen auch noch zusätzliche Einlagen, die etwas extra kosten.

"Die meisten Kunden wollen die Suppe nicht direkt am Stand essen, sondern nehmen sich die lieber mit", berichtet Peter Schmidt. Dafür hat er kleine, verschließbare Plastikeimer parat, in denen man die angebotene Ware perfekt befördern kann. "Ansonsten ließen sich die Suppen auch nur schwer transportieren", erklärt der 67-Jährige. Der ist übrigens eigentlich schon im Ruhestand, war früher als Fernfahrer unterwegs. Auf die Idee, sich mit dem Verkauf von Suppen noch ein kleines Zubrot zu verdienen, kam er über seine Funktion als Vorsitzender des Heimatvereins in Büderich. "Wir hatten zu einigen Anlässen immer auch Stände, an denen wir zum Beispiel Grünkohl mit Mettwurst verkauft haben. Und das kam immer sehr gut an", erzählt er. "Da habe ich mir überlegt, dass ich sowas im Ruhestand nebenher machen könnte", erklärt er.

So machte er sich im Februar mit seiner Suppenköche selbstständig. Die Eintöpfe bezieht er dabei von der Metzgerei Tepaß, die ebenfalls auf der anderen Rheinseite zu finden ist. "Die Zutaten für die Suppen und Eintöpfe kommen alle aus der Region", erklärt Peter Schmidt. Und das ist dem Markthändler auch wichtig. "Ich mache das auch, weil ich ein bisschen Werbung für lokale Produkte machen und lokale Unternehmen unterstützen wollte", erzählt der Markthändler. In diesem Sinne ist es auch zu erklären, dass er neben den Suppen mit regionalen Zutaten auch das "Polderbier" der ebenfalls in Büderich ansässigen Privatbrauerei Walter Bräu verkauft. "Das gebe ich natürlich nur flaschenweise ab", erklärt der Markthändler.

Im Sortiment hat er dabei die Klassiker der Eintopfgerichte: Erbsensuppe, Gulaschsuppe und Linsensuppe "Dazu gibt es immer mal wechselnde Suppen", erklärt er. So kann man bei ihm derzeit einen Möhreneintopf kaufen oder Wirsingeintopf mit Wurst als Extra-Einlage. Die Ware wird dabei in extra großen Töpfen auf einem Wasserbad gelagert, dass elektrisch beheizt sind. "So bekommen die Kunden bei mir immer eine heiße Suppe", erklärt Peter Schmidt.

Er ist übrigens überrascht von der positiven Resonanz, die er bisher in Hiesfeld erhalten hat. "Ich bin ja erst zum zweiten Mal hier und das eigentlich ohne große Ankündigung vorher. Trotzdem lief das Geschäft direkt ganz gut an. Die Kunden hier scheinen meine Suppen wirklich zu mögen", freut sich der 67-Jährige.

Das kann auch seine Markthändler-Kollegin Sabine Singh-Hebing so bestätigen, die gerade noch eine Suppe bei dem neuen Kollegen gekauft hat. "Mein Mann hat gerade schon eine Suppe bei ihm gegessen und wir haben auch schon in der vergangenen Woche direkt Suppen bei ihm gekauft. Die sind wirklich lecker", sagt die Händlerin, die auf dem Hiesfelder Wochenmarkt mit ihrem Ehemann zusammen Kleidungsstücke verkauft. Für sie ist Peters Suppenküche eine echte Bereicherung für den Wochenmarkt. "Essen und Getränke gehen immer. Und dass seine Suppen mit regionalen Zutaten gemacht werden, finde ich auch gut", sagt sie. Dann tröpfelt der Nieselregen vom grauen Himmel auf den Jahnplatz. Schlechtes Wetter für einen Wochenmarkt. Und das heißt auch weniger Kunden. Trotzdem verkauft Peter Schmidt noch einige Suppen und Eintöpfe. Für ihn ist der Wochenmarkt auf dem Jahnplatz donnerstags der Auftakt seiner wöchentlichen Markthändler-Nebentätigkeit. Denn freitags geht es für den Ruheständler auf den Wochenmarkt in der Nachbarstadt Voerde und am Samstag findet man ihn auf dem Wochenmarkt in Friedrichsfeld. "Das sind die einzigen Wochenmärkte, auf denen ich unterwegs bin. Weiter weg möchte ich auch nicht", sagt Peter Schmidt. Schließlich möchte er seine Suppen aus regionalen Zutaten auch in der Region verkaufen.

Quelle: RP
 
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