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Dinslaken
Aus der Wüste in den Dinslakener Herbst

Dinslaken. Jugendliche der Arad Highschool besuchten das Theodor-Heuss-Gymnasium.

Die Gäste von der Partnerschule in Arad waren in diesem Jahr gut auf den Besuch am Theodor-Heuss-Gymnasium Dinslaken vorbereitet und hatten ihre dicksten Jacken eingepackt: In ihrer israelischen Heimat werden diese bei 27 Grad Celsius im Oktober selten benötigt. 15 Schülerinnen und Schüler aus der Wüstenstadt trotzten aber den für sie ungewohnten herbstlichen Temperaturen in Deutschland und besuchten das Partnergymnasium für eine Woche. Dabei sind es oft die kleinen Unterschiede, die den seit vielen Jahren gepflegten Austausch für beide Seiten spannend und lehrreich machen. So bemerkte die 15-jährige Shaked aus Arad: "Die bunten Blätter der Bäume sehen total schön aus, sowas sehen wir bei uns gar nicht."

Für den Aufenthalt der Schüler veranstaltete die Israel-AG des THG eine intensive und abwechslungsreiche Woche: Zusammen mit ihren Gastgebern erkundeten sie zunächst für ein Wochenende Berlin und beschäftigten sich dort insbesondere mit der Geschichte der Deutsch-Deutschen Teilung. Außerdem standen für die 30 Schüler eine Werksbesichtigung bei ThyssenKrupp, der Besuch des Landschaftsparks in Duisburg, eine Suche nach Spuren der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Dinslaken sowie Workshops in der Schule auf dem Programm.

Benedikt Roth, Leiter der Israel-AG, zeigte sich vom Besuch der Israelis besonders beeindruckt: "Innerhalb weniger Tage sind tolle Gruppen entstanden, die mit viel Spaß zeigen, dass Herkunft und Religion keine Hindernisse für Freundschaften sind." Beim Empfang im Rathaus durch den stellvertretenden Bürgermeister Thomas Groß betonte der Leiter der israelischen Delegation, Shlomo Banian, den Erfolg der langjährigen Partnerschaft und ermutigte dazu, den Austausch durch noch mehr Schüler sowie die Ausweitung auf andere Bereiche wie etwa Musik- und Sportgruppen oder interessierte Erwachsene zu intensivieren.

Auf der Fahrt nach Berlin erklang Gitarrenspiel im Bus und im Rahmen eines teils sehr emotionalen Abschiedsabends wurde dann von allen "Ani ve'ata neshaneh et ha'olam" (Du und ich, wir werden die Welt verändern) gesungen.

Lena (16) dazu: "Die Israelis sind einfach total offen und nett, teilweise ganz anders als der 'typische Deutsche'. Ich freue mich schon sehr darauf, meine neuen Freunde nächstes Jahr wiederzusehen." Dieser Gegenbesuch wird voraussichtlich im April 2017 stattfinden.

Quelle: RP
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