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Dinslaken
Aus Partnern sind Freunde geworden

Dinslaken: Aus Partnern sind Freunde geworden
Bürgermeister Jean Dionis du Séjour (r.) überreichte seinem Dinslakener Amtskollegen Dr. Michael Heidinger das Bild der Brücke über die Garonne bei Agen. FOTO: martin Büttner
Dinslaken. Beim Festabend zur Feier des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Agen und Dinslaken betonten die Bürgermeister beider Städte, dass aus dem Vertrag von 1975 eine lebendige Freundschaft gewachsen ist. Von Jörg Werner

"Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken", zitierte Jean Dionis du Séjour, Bürgermeister des französischen Agen, Isaac Newton. Und weil das so ist, hatte er ein Geschenk mit Symbolkraft dabei. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die beide Städte eine große Gemeinsamkeit haben - ihre Lage an einem Fluss, und deswegen hat er den Künstler Louis Lasbouygues gebeten, die Brücke über die Garonne bei Agen zu malen. Das Bild, so versicherte ihm sein Amtskollege Dr. Michael Heidinger, wird einen Ehrenplatz im "Saal Agen", wie der Empfangsraum im Dinslakener Rathaus jetzt heißt, erhalten.

Beide Bürgermeister erinnerten an den Beginn der Partnerschaft und an die Frauen und Männer, die sie über die Jahre aufgebaut haben. In beiden Städten, so Heidinger, habe sich, seit Karl-Heinz Klingen für Dinslaken und der Ageneser Pierre Esquirol die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet hätten, vieles verändert. Beide Städte seien dabei starke Zeichen in Richtung Zukunft zu setzen. Die Partnerschaft aber werde unberührt von allen Veränderungen und politischen Wechseln in den beiden Städten gelebt. "Wir sind von Partnern zu Freunden geworden", sagte Michael Heidinger. Aufgabe bleibe es, diese Partnerschaft immer neu mit Leben zu füllen. 2011 hätten Agen und Dinslaken eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit in den unterschiedlichsten Bereichen unterzeichnet. Jetzt hätten sein französischer Amtskollege und er sich darauf verständigt, diese Vereinbarung fortzuschreiben. Mehr denn je seien aber auch die Bürger gefordert, an der Entwicklung der Freundschaft zwischen beiden Städten zu arbeiten. Auch angesichts des in Dinslaken neu gegründeten Städtepartnerschaftsvereins sei er zuversichtlich, dass dies gelingen werde.

Jean Dionis du Séjour erinnerte an einen Satz des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder zur Feier des 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags zwischen Frankreich und Deutschland: "Nationen können nicht miteinander befreundet sein, das können eben nur Menschen." Gerade angesichts nationaler Rückzugstendenzen und der wachsenden Furcht vor dem Anderen sei es wichtig, die europäische Idee auf der Ebene der Bürger zu verankern.

Am 70. Jahrestag der Zerstörung Dinslakens legten die Bürgermeister von Agen, Jean Dionis du Séjour (vorn), und Dinslaken, Dr. Michael Heidinger, am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Parkfriedhof Kränze nieder. FOTO: Martin Büttner

Der Bürgermeister aus der französischen Partnerstadt verwies darauf, welche besondere Bedeutung das Datum 23. März, an dem der Partnerschaftsvertrag unterschrieben worden ist, für die Dinslakener hat. Vor 70 Jahren sei die Stadt von den alliierten Truppen in Grund und Boden gebombt worden. Die Franzosen hätten den Krieg immer aus der Perspektive als Opfer gesehen. Mit der Partnerschaft sei für die Bürger Agens eine andere Perspektive dazu gekommen. Sie hätten erfahren, welche Schrecken auch die Dinslakener hätten erleben müssen.

Die Vorsitzenden der beiden Städtepartnerschaftsvereine Ursula Marquez und Klaus-Dieter Graf schilderten aus sehr persönlichem Erleben, wie die Partnerschaft in den vergangenen 40 Jahren von den vielen Begegnungen zwischen den Menschen aus Agen und Dinslaken getragen und gefestigt worden ist.

Quelle: RP
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