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Dinslaken/Voerde
Ausschuss kann Neubaupläne B 8 kippen

Dinslaken/Voerde. Interessengemeinschaft will Vertreter der Kommunen Dinslaken, Voerde und Wesel an einen Tisch holen, um gemeinsam mit ihnen ein Konzept zur Lösung der Verkehrsprobleme vor Ort zu erarbeiten. Von Heinz Schild

Ende Oktober wird es eine dreitägige Sitzung des Bundesverkehrsausschusses geben. Dieses Gremium befasst sich dann mit dem Bundesverkehrswegeplan, der Anfang des Monats vom Bundeskabinett beschlossen worden ist und den Bau einer neuen Bundesstraße 8 (B 8 n) vorsieht. Diese Planung ist äußerst umstritten und auf viel Ablehnung gestoßen. Die Stadt Voerde gehört zu den erklärten Gegnern des Vorhabens. Die Interessengemeinschaft (IG) gegen die B 8 n, deren Vorsitzender der Voerder Gerd Drüten ist, hat bereits mobil gemacht. "Der Bundesverkehrsausschuss hat die Möglichkeit, die B 8 n-Planung herauszunehmen", erklärte gestern Gerd Drüten im RP-Gespräch. Er sieht gute Chancen, dass dies geschieht, da die Planung der neuen Schnellstraße, die von der Anschlussstelle der A 59 in Walsum über Dinslaken, durch Voerde und bis nach Wesel verlaufen soll, strittig ist und es keinen Konsens über das Vorhaben gibt.

Die IG hat bereits eine umfangreiche Stellungnahme zu dem Projekt erarbeitet, ihre Ablehnung ausführlich begründet und alternative Lösungsansätze dargelegt. Das Schriftstück wurde an die Bürgermeister von Dinslaken, Voerde und Wesel, die verkehrs- und umweltpolitischen Sprechern der Fraktionen im Bundes- und Landtag, die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Wesel sowie die Verkehrsministerien von Land und Bund und die Bezirksregierung Düsseldorf geschickt. Es hat bereits einige Rückmeldungen gegeben, die nun gesichtet werden, wie Drüten weiter sagte. Sein erklärtes Ziel ist es, "Vertreter der Kommunen Dinslaken, Voerde und Wesel an einen Tisch zu holen, um gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, vor dem Hintergrund, dass die B 8 n nicht realisierbar ist". Und dies werde in Düsseldorf inzwischen wohl auch so gesehen, wie das Landesverkehrsministerium signalisiert habe. Vor Ort sollen deshalb regionale Lösungen entwickelt werden. Es gelte, die vorhandenen Verkehrsprobleme ohne den Neubau einer Schnellstraße zu lösen, sagte Gerd Drüten, der für die Ertüchtigung vorhandener Straßen plädiert. "Die neue Trasse brauchen wir nicht", bekräftigte der IG-Vorsitzende. Die B 8 in Dinslaken müsse entlastet werden, auch gelte es, Lösungen zu finden, wie der Verkehr an der Anschlussstelle der A 59 an der Stadtgrenze Walsum/Dinslaken besser abfließen kann.

Für die Zeit nach den Sommerferien plant die Interessengemeinschaft gegen die B 8 neu einige Aktionen. So soll es eine Bürgerinformationsveranstaltung zu der Thematik geben. Gedacht ist zudem an die Erstellung eines Flyers, der darüber aufklärt, wo die geplante Trasse verläuft, damit die Bürger ihre Betroffenheit erkennen können. Überlegt wird zudem, an speziellen Orten auf die Problematik und die dortigen Folgen des Straßenbaus aufmerksam zu machen. So könnte auf dem Parkplatz im Wohnungswald, der ein beliebter Lauftreff für die Region ist, darüber aufgeklärt werden, welche Auswirkungen dort zu erwarten sind, welche Bäume für den geplanten Straßenbau weichen müssten. "So bekämen die Menschen ein Gespür für die Folgen vor Ort", erläuterte Gerd Drüten. Die weitere Vorgehensweise der Interessengemeinschaft soll in der erweiterten Vorstandssitzung abgestimmt werden, die in der kommenden Woche stattfindet. Und natürlich wird die Stellungnahme der IG weiter fortgeschrieben. "Wir wollen gemeinsam mit den Entscheidungsträgern vor Ort zu einer Lösung beitragen", bekräftigte Drüten.

Quelle: RP
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