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Voerde/Dinslaken
B8: Aus Voerder Sicht ist Neubau vom Tisch

Voerde/Dinslaken: B8: Aus Voerder Sicht ist Neubau vom Tisch
FOTO: Lars Fröhlich
Voerde/Dinslaken. Dinslaken unterstreicht eigene Interessen, will sich konstruktiven Gesprächen aber nicht verschließen.

Eine für Voerde ausgesprochen positive Botschaft haben Bürgermeister Dirk Haarmann und der technische Beigeordnete Wilfried Limke nach eigenem Bekunden aus einem Gespräch mit Vertretern des nordrhein-westfälischen Verkehrsministeriums am Dienstag mitgenommen: Die umstrittene Trasse für eine neue Bundesstraße 8 zwischen Dinslaken und Wesel ab der Anschlussstelle der A 59, die von der Stadt Voerde mit Verweis auf die negativen Folgen für Mensch und Natur als "unverträglich" abgelehnt wird, soll nicht realisiert werden.

Das Ministerium habe Verständnis für die Haltung der Kommune gezeigt und bei dem vom SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Krüger vermittelten und begleiteten Treffen in Düsseldorf versichert, dass es nicht im landespolitischen Interesse sei, "im Dissens zu Teilen der betroffenen Kommunen und damit zu einer großen Zahl von Bürgerinnen und Bürgern Entscheidungen durchzusetzen", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Voerder Rathaus. Vielmehr sollten "im Konsens mit allen betroffenen Kommunen geeignete Alternativen entwickelt werde".

Die Überlegungen müssten den "gezielten Ausbau vorhandener Strukturen als Alternative zu einem am Ende als nicht realisierbar zu verwerfendem Neubau beinhalten", schreibt die Stadt weiter zu dem Gespräch, an dem auch der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Meesters teilnahm. Bürgermeister Dirk Haarmann zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es gebe kein Festhalten an der alten Neubauplanung, nun könne über Alternativen nachgedacht werden.

Der Neubau der B 8 ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 verankert, der vor einer Woche vom Bundeskabinett beschlossen wurde - womit, wie berichtet, dessen Realisierung aber noch längst nicht besiegelt ist. Nach dem Gespräch beim Landesverkehrsministerium gab sich Voerdes Technischer Beigeordneter gestern überzeugt, dass das Projekt "so nicht kommen wird". Die Trasse "sei weg", erklärte Limke. Er betonte erneut die Notwendigkeit, dass das Thema B 8 weiter im Bundesverkehrswegeplan mit einer hohen Priorisierung eingestuft bleibt. "Dies ist wichtig, damit sich überhaupt gekümmert wird." Was zu entwickelnde Alternativen angeht, signalisierte die Stadt Voerde, "dazu gerne konstruktive Vorschläge einbringen" zu wollen.

Auf die von Voerde verkündete Botschaft, dass das Lande nicht an der alten Neubauplanung für die B 8 festhalten werde und nunmehr über Alternativen nachgedacht werden könne, reagierte die Stadt Dinslaken gestern abwartend. So ultimativ wie von den Nachbarn werden die Dinge in punkto B 8 dort nicht gesehen. Dinslaken, dessen Interessen wegen der enormen Verkehrsbelastung auf der bestehenden Bundesstraße B 8 naturgemäß anders gelagert sind, möchte seinerseits Gespräche mit dem Landesverkehrsministerium führen.

Man habe das gleiche Recht wie die Stadt Voerde, dies zu tun, erklärte Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Er betonte, dass die Stadt Dinslaken als erstes die Pflicht habe, die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu vertreten, gleichwohl aber werde sie sich "konstruktiven Gesprächen" nicht verschließen. Man sei für eine "alternative Lösung offen" - diese aber müsse zu einer massiven Entlastung der Verkehrsströme auf der heutigen B 8 führen, unterstrich Dickhäuser.

Bereits Anfang Juli hatten die Voerder auf Vermittlung und im Beisein von Hans-Ulrich Krüger im Bundesverkehrsministerium ihre Ansichten zu der in Rede stehenden Trasse für eine neue B 8 dargestellt. Bei dem Gespräch wurde ihnen zugesichert, dass es kein pauschales Festhalten an der Planung geben werde".

(P.K.)
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