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Dinslaken
Bäderkompromiss unter Dach und Fach

Dinslaken: Bäderkompromiss unter Dach und Fach
Der Bäderkompromiss sieht unter anderem vor, dass das Stadtwerkebad DINamare ausgebaut wird. Nach den bisherigen Überlegungen soll dort auch ein zusätzliches Sportbecken errichtet werden, das zehn mal 25 Meter groß sein wird. FOTO: DINBAD
Dinslaken. Dinslakener Stadtrat gibt mehrheitlich seine Zustimmung: Hiesfelder Freibad wird saniert und der DINamare-Standort ausgebaut. Damit dürften die zwei laufenden Bürgerbegehren vom Tisch sein. Investitionskosten: 10,8 Millionen Euro. Von Heinz Schild

Es zeichnete sich bereits frühzeitig ab, dass der Bäderkompromiss die besten Chancen hat, von der Dinslakener Politik angenommen zu werden. Denn bevor sich gestern Nachmittag der Stadtrat mit dieser Thematik befasste, tagten der Sportauschuss sowie in gemeinsamer Sitzung der Finanz- und Hauptausschuss und gaben jeweils einstimmig ihre Zustimmung zu der gefundenen Konsenslösung. Zu diesem Zeitpunkt war sich Lilo Wallerich, stellvertretende Vorsitzende des Hiesfelder Freibadvereins, schon sicher, dass die Vereinsmitglieder nachher Grund zu feiern haben würden - und sie sollte Recht behalten. Im Rat sprachen sich dann nur die beiden Vertreter der Bewegung für nachhaltige Politik (BNP), Thomas Koch und Malte Kemmerling, gegen den Kompromiss aus, der mehrheitlich angenommen wurde.

Damit ist es beschlossene Sache, dass das Freibad saniert und ein neues Becken mit einer Größe von 33 mal 22,5 Metern erhält. Das Stadtwerkebad DINamare wird mit einem zusätzlichen Sportbecken (10 mal 25 Meter) und einem Kursbecken mit Hubboden (zehn mal zehn Meter) ausgestattet. Zudem sind dort neue Sanitär- und Umkleiden sowie Vereinsräume geplant. Die Kosten für beide Vorhaben liegen bei 10,8 Millionen Euro.

Nachdem der Rat im März die Erweiterung des DINamare um zwei zehn mal zehn Meter große Kursbecken beschlossen hatte, wurde von den Schwimmsport treibenden Vereinen ein Bürgerbegehren in Gang gebracht, das den Ausbaus des Stadtwerkebades zu einem Schwimmsportzentrum zum Ziel hatte, das Freibad sollte aufgegeben werden. Das rief die Freibad-Freunde auf den Plan, die ihrerseits ein Bürgerbegehren starteten. Das Hiesfelder Freibad sollte saniert, mit einer Traglufthalle überdacht und somit ganzjährig nutzbar sein. In dieser Situation wurde der jetzt beschlossene Bäderkompromiss erarbeitet, damit auf die Durchführung der beiden Bürgerbegehren verzichtet werden kann.

Dass die BNP-Vertreter dem Kompromiss nicht zustimmen würden, begründete Malte Kemmerling im Rat damit, dass es sich gar nicht um einen Kompromiss handele, denn jede der beiden Seiten (Schwimmvereine und Freibadverein) bekämen ihren Willen. Kemmerling sprach sich angesichts der künftig anfallenden Betriebskosten weiterhin gegen den Erhalt des Hiesfelder Freibades aus. Der Nutzen, zwei Bäder zu haben, wiege die dafür anfallenden Kosten nicht auf. Zudem stellte er die Frage, ob man mit dem Hiesfelder Freibad nicht in eine "tickende Zeitbombe" investieren, denn niemand könne sagen, wann es dort wieder Probleme gebe.

Für die CDU erklärte Stefan Buchmann, den Kompromiss mitzutragen. Auch Ronny Schneider sprach sich für die SPD für den Kompromiss aus, denn dieser berücksichtige die Interessen der Öffentlichkeit, der Schwimmvereine und des Frei-badvereins.

Die Arbeitsgruppe der Schwimmsport treibenden Vereine zeigte sich mit der Abstimmung und dem Kompromiss zufrieden. "Die Situation für die Wasserratten in Dinslaken wird sich in den nächsten Jahren ganzjährig deutlich verbessern", so Norbert Bruckermann, der Sprecher der Schwimmvereine. Aufgrund des Ratsbeschlusses zum Bäderkompromiss werden die Vereine ihr Bürgerbegehren nicht weiter verfolgen und die bislang gesammelten Unterschriftenlisten nicht einreichen. " Auch wenn wir die Unterschriften nun nicht verwenden: Ohne diese Unterschriften wäre das Ergebnis nicht möglich gewesen", so Bruckermann. Die Arbeitsgemeinschaft hat beschlossen, ihre Zusammenarbeit auch über den Ratsbeschluss hinaus fortzusetzen. Dies soll schon in den nächsten Wochen zusammen mit der DINbad passieren, wenn es an die konkreten Planungen für die Gestaltung des DINamare-Anbaus geht.

Quelle: RP
 
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