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Dinslaken/Voerde
Bagger arbeiten an neuer Auenlandschaft

Dinslaken/Voerde: Bagger arbeiten an neuer Auenlandschaft
Eine Planierraupe im Einsatz auf der Großbaustelle, wo die neue Emschermündung am Rhein entsteht. Die künftige Auenlandschaft bildet dann die Grenze zwischen den beiden Städten Dinslaken und Voerde. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken/Voerde. Die Emschermündung wandert um 500 Meter in Richtung Voerde. Gigantische Erdmassen müssen bewegt werden. Von Heinz Schild

Das Gelände am Rhein in Bereich der Emschermündung am Hagelkreuz im Eppinghoven und dem benachbarten Steag-Kaftwerk in Möllen bietet den Anblick einer gigantischen Baustelle. Bagger, Planierraupen und Laster sind dort im Einsatz. Enorme Mengen Erdreichs müssen bewegt werden, um die neue Emschermündung zu schaffen. Gegenwärtig entsteht dort die neue Eindeichung um das spätere Emschergelände. Um den Hochwasserschutz zu gewährleisten, werden deshalb zuerst die Deiche und Hochuferverwallungen um die künftige Aue gebaut.

Die jetzige Mündung verfügt über ein so genanntes Absturzbauwerk, von dem aus die Emscher sechs Meter tief in den Rhein stürzt. Nun wird die Mündung etwa 500 Meter nach Norden in Richtung Voerde verlegt, das Gelände in diesem Bereich wird zudem fünf bis sechs Meter abgesenkt, wodurch der bisherige Höhenunterschied zwischen dem Rhein und der Emscher ausgeglichen wird.

Die Großbaustelle neue Emschermündung stellt eine wahre Attraktion dar. Etliche Bürger nutzen gern das Angebot der Emschergenossenschaft, an einer der Baustellenbesichtigungen teilzunehmen, die für die nächsten Wochen und Monate geplant sind. Vor Ort können die Teilnehmer sich die Arbeiten ansehen und über deren aktuellen Stand sowie die weiteren Planungen informieren.

Rund eine Million Kubikmeter Erdreich werden für die Herstellung der neuen Mündung bewegt, ein Teil des Bodens wird für den Deichbau und die Modellierung des Hochwasserschutzwalls an der Emschermündung verwendet. Weiterer Erdaushub, der dafür nicht benötigt wird, wird zum Klärwerk Emschermündung beziehungsweise zum Hafen Emmelsum (Deltaport) transportiert, wie Reinhard Ketteler, Gebietsmanager Emscherhauptlauf, und Projektleiter Jörg Joachim Müller bei einer Baustellenbesichtigung erläutern. Grundsätzlich sollen die Erdmassen, die durch die Schaffung der neuen Aue gewonnen werden, möglichst wieder auf der Baustelle eingesetzt werden, weshalb auch Zwischenlagerungen des Bodens vorgesehen sind. Die Auenfläche wird etwa 20 Hektar groß sein, die Verfüllung und Ausgestaltung der dort entstehenden Landschaftsbauwerke erfolgt gemäß den geo- und hochwassertechnischen Erfordernissen.

Die Bauarbeiten der Emschergenossenschaft konzentrieren sich in diesem Jahr auf die Modellierung der neuen Mündungsaue westlich der Brücke Hagelstraße. Das ist der Bereich zwischen der Hagelstraße und dem Rhein, unmittelbar vor dem Hof Eschermündung. Die weiteren Planungen des Wasserverbandes sehen vor, dass im kommenden Jahr mit den Erdarbeiten östlich der Brücke Hagelstraße in Richtung Bahndamm begonnen wird. Nachdem die Dämme und Deich modelliert und das künftige Auenfeld gestaltet worden ist, soll - allerdings erst in einigen Jahren - der Rheindeich geöffnet werden und die Emschermündung in Betrieb gehen. Die geplante Öffnung im Rhein wird etwa 150 Meter breit sein. Die neu geschaffene Auenfläche selbst wird nicht für Spaziergänger freigegeben. Da der dortige Naturraum ungestört bleiben soll, wird er für Wanderer tabu sein. Allerdings sind für Erholungssuchende Wege auf den Deichkronen vorgesehen, um die Landschaft erleben zu können.

Die Arbeiten zur Umsetzung des Projektes neue Emschermündung, begannen im Jahre 2014, das Kostenvolumen für dieses Vorhaben liegt bei geschätzten 50 Millionen Euro und ist nur ein Teilabschnitt des Emscherumbaus. Dieser ist notwendig, um die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erfüllen zu können. Dazu ist es erforderlich, die Emscher abschnittsweise ökologisch aufzuwerten. So wird die bisherige ökologische Barriere zwischen Emscher und Rhein im Mündungsbereich beseitigt. Der neu entstehende Auenbereich soll Lebensraum für gewässertypische Pflanzen- und Tierarten sein, zu einer ökologischen Verflechtung der beiden Flüsse führen und auch die Anbindung der Natur- und Erholungsräume Rheinaue Walsum im Süden und Wohnungswald im Norden ermöglichen. Die neue Mündung wird später im Falle eines Rhein-Hochwassers rund 1,3 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen können.

Quelle: RP
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