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Dinslaken
Bahn will Rampe

Dinslaken: Bahn will Rampe
FOTO: Kempken
Dinslaken. Stadt und Verkehrsunternehmen sprachen Mitte Mai auch über den künftigen Zugang zum Friedrichsfelder Bahnhof. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden.

Die Stadt ist mit ihrer Forderung, den Bahnhof in Friedrichsfeld im Zuge des Betuwe-Streckenausbaus mit zwei Aufzügen auszustatten, keinen Schritt weiter gekommen. Bei einem Gespräch vor etwa vier Wochen blieb die Bahn bei ihrer ablehnenden Haltung; sie setzt wie gehabt darauf, den Haltepunkt auf der östlichen wie auf der westlichen Seite über eine Rampe zugänglich zu machen, wie die Verwaltung in einer Drucksache für den kommende Woche tagenden Planungs- und Umweltausschuss berichtet.

Anfang März dieses Jahres hatte die Bahn im Erörterungstermin für den betreffenden Planfeststellungsabschnitt von der Bezirksregierung Düsseldorf die Auflage erhalten, sich erneut mit der Stadt zusammenzusetzen und über strittige Punkte zu sprechen (die RP berichtete). Zentrales Thema bei dem Treffen Mitte Mai war die Gestaltung des Lärmschutzes. Die Zugangssituation zum Friedrichsfelder Bahnhof war ebenfalls Inhalt des Gespräches.

Die Verwaltung unterbreitete der Bahn dabei einen Kompromissvorschlag: Die Stadt würde auf einen Aufzug auf der östlichen Seite des Bahnhofs verzichten, weil die Rampe zur Park-&-Ride-Anlage eine "noch vertretbare Länge" aufweise. Doch die Bahn hält auch einen einzelnen Aufzug auf der Westseite für zu aufwändig. Die Stadt vertritt die Auffassung, dass die dort vorgesehene etwa 150 Meter lange Rampe für mobilitätseingeschränkte Menschen "unzumutbar" ist. Angesichts des weiterhin bestehenden Dissenses in der Frage wird das Eisenbahnbundesamt (EBA) nun über die Forderung der Stadt entscheiden müssen.

In einer anderen Frage dagegen zeichnet sich laut Verwaltung eine Lösung ab: Es geht um die Verkehrsführung zu dem neu gestalteten Bahnhofsvorplatz. Durch eine Verlegung der ohnehin vorgesehenen Treppe könne voraussichtlich erreicht werden, dass auch weiterhin die meisten Fahrgäste über den Vorplatz kommen oder gehen.

Was die Gestaltung der Lärmschutzanlagen betrifft, konnten bei dem Gespräch Mitte Mai mit der Bahn der Verwaltung zufolge für die meisten Probleme Kompromisse gefunden werden. Beide Seiten hatten sich darauf geeinigt, die für den ersten auf Voerder Stadtgebiet liegenden Planfeststellungsabschnitt (ab Stadtgrenze Dinslaken bis Höhe Grenzstraße) vor einem halben Jahr erarbeiteten Lösungsvorschläge grundsätzlich auch in Friedrichsfeld umzusetzen. Die Stadt war damals mit ihrer Forderung, in einigen Bereichen mit transparenten Lärmschutzelementen zu arbeiten, einen deutlichen Schritt weitergekommen.

In Friedrichsfeld stelle sich die Situation durch die deutliche Dammlage teilweise anders dar, so dass die Wirkung der Lärmschutzwände auf öffentliche Flächen weitgehend auf die Querungsstellen und den Bahnhofsbereich beschränkt sei. Was die Lücke im Lärmschutz im Bereich der Mittelstraße westlich der Bahngleise betrifft, habe es wenig Kompromissbereitschaft gegeben.

Die Bahn sei grundsätzlich bei ihrer Auffassung geblieben, dass die meisten Schutzfälle allein durch das "besonders überwachte Gleis" (BÜG) gelöst werden könnten. Drei Gebäude lägen indes so nah an der Trasse, dass dort wiederum Schutzmaßnahmen zu aufwendig wären. Es sei, erklärt die Verwaltung, für den Fall eine Prüfung zugesagt worden, dass die für den alternativen Bau eines Lärmschutzwalls benötigten Flächen freiwillig bereit gestellt würden. "Hierfür war die Bahn bereit, eine Lösung mit einem Lärmschutzwall soweit zu konkretisieren, dass die Stadt in der Lage wäre, die betroffenen Eigentümer daraufhin anzusprechen."

Eine Lärmschutzwand in dem besagten Abschnitt sei kontraproduktiv, weil damit endgültig "die Biotopvernetzung zwischen den Rheinauen und dem Hinterland unterbrochen wäre", führt die Verwaltung aus.

Petra Keßler

Quelle: RP
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