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Dinslaken
Bahnhofsplatz: Diskussion geht weiter

Dinslaken: Bahnhofsplatz: Diskussion geht weiter
Viele Bürger waren in den Ratssaal gekommen, über sich über die Planungen zur Umgestaltungs des Bahnhofsvorplatzes zu informieren und um ihre Meinung zu dem Vorhaben zu äußern. Der Planentwurf für die Umgestaltung stammt von Maik Böhmer (vordere Reihe, 4. von links). FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Im Ratssaal fand gestern das erste Bürgerforum zur Neugestaltung des Bereiches am Bahnhof statt. Die Teilnehmer brachten sich auch per elektronischer Stimmabgabe ein. Zwei weitere Veranstaltungen dieser Art sind geplant. Von Heinz Schild

Gleich zu Beginn dieser Veranstaltung für die Bürger, in der es um die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ging, stellte Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz fest: "Es gibt nichts zu entscheiden, wir wollen Sie in erster Linie informieren." Verbindlich beschlossen sei noch nichts. Weitere Info-Veranstaltungen zu diese Thematik sind vorgesehen. Die Teilnehmer hatten gestern die Möglichkeit, sich einzubringen, ihre Meinung zu äußern und Fragen an den städtischen Dezernenten, an zwei Studentinnen der Universität Duisburg -Essen, die den Bahnhofsbereich unter die Lupe genommen und eine Analyse angefertigt hatten, sowie an Maik Böhmer, den Architekten des Planungsentwurfs, zu richten.

Es folgten zweieinhalb Stunden, gespickt mit Details zu den ersten Planungen und vielen kritischen Anmerkungen der Bürger. Zwischendurch fanden elektronische Abstimmungen statt, bei denen die Meinung oder Selbsteinschätzung der Anwesenden zu speziellen Bereichen abgefragt wurde. Zwei Vertreter der Unabhängigen Bürgervertretung (UBV) übergaben an Dr. Palotz Ordner mit Unterschriftenlisten, in denen die rund 1200 Unterzeichner sich überwiegend für eine kostengünstige Renovierung des Platzes aussprechen.

Nachdem der Planungsdezernent die Ziele der Innenstadtentwicklung, für die die Umgestaltung des Bahnhofsbereiches ein wesentlicher Baustein ist, skizziert und den Verfahrensverlauf dargelegt hatte, erläuterten die Studentinnen Mila Ellee und Anna Schiefer die Stärken (wie intensive Nutzung als ÖPNV-Punkt, tagsüber belebter Platz) und Schwachen (wie zu wenig Unterstell- und Sitzmöglichkeiten, schlechte Verkehrsführung) des jetzigen Bahnhofsvorplatzes. Der Berliner Architekt Maik Böhmer, von dem die aktuelle Planung stammt, gewährte den Zuhörern Einblicke in sein Seelenleben, erläuterte, was er sich bei seinem Entwurf gedacht hat. Seine Idee war es, auf dem Platz eine weitgehend freie Mitte zu schaffen und die Funktionen (wie Bushaltestelle, Parkplätze) in die Randbereiche zu verlegen, so einen Ort für städtisches Leben zu schaffen. Dabei kam seine Idee, die bisherige zentale Zufahrt über Friedrich-Ebert- und Wilhelm-Lantermann-Straße aufzugeben, nicht bei allen gut an. Etliche Anwesende hielten nichts davon, den Zufahrtsverkehr künftig über die Bahnstraße zu führen. Sie argumentierten, dass die Funktionalität des Bahnhofsvorplatzes, wo es schließlich um Mobilität geht, Vorrang vor der Aufenthaltsqualität haben sollte. "Wer geht schon zum Bahnhof, um sich dort auf eine Bank zu setzen?", fragte ein Diskussionsteilnehmer den Planer. "Für den Aufenthalt haben wir andere schöne Plätze", meinte eine Frau.

Einige Kommunalpolitiker nutzen das Bürgerforum, um sich zu Wort zu melden. Ronny Schneider (SPD) beispielsweise vertrat die Ansicht, "dass der Entwurf nur Gewinn bringt". Er sprach von einem demokratischen Ansatz, denn Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer seien gleichberechtigt. Dr. Thomas Palotz befand, dass jahrelang Städte fürs Auto geplant worden seien. Heute sei man etwas weiter, nun gehe es a um den Menschen.

Quelle: RP
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