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Dinslaken
Bei Anastacias größtem Hit ging die ganz große Dusche nieder

Dinslaken: Bei Anastacias größtem Hit ging die ganz große Dusche nieder
Anastacia - mit Background-Sängerin Maria - bescherte dem Publikum einen grandiosen Start ins Fantastival. FOTO: Kempken
Dinslaken. Der Weltstar eröffnete das Fantastival - und schuf im strömenden Regen gleich einen dieser unvergesslichen Momente des Festivals.

Es ist das große Paradox des Fantastivals - und vielleicht auch eines der großen Geheimnisse seines Erfolgs. Keiner will Regen bei einer Open Air-Veranstaltung. Aber es sind irgendwie immer die nassesten Momente, die die unvergesslichen im Burgtheater sind. Anastacia, der Weltstar, dessen zweifach ausverkauftes Haus im Fantastival 2016 allein schon in die Annalen der Freilicht AG eingehen wird, reihte sich gestern nun auch in die Riege der ewigen Fantastival-Stars ein, die mit ihren Fans gemeinsam im Burgtheater die große Dusche nahmen. Und es passierte ausgerechnet bei "I'm outta love", Anastacias größtem Hit.

Dabei sah es zunächst so aus, als hieße es für Besucher im ausverkauftem Rund "vom Regen in die Sause". Um kurz vor Acht gab Lea Eickhoff Entwarnung, der Regen, der über das Burgtheater herunter ginge, höre laut Wetterradar auf und käme nicht mehr wieder. Gegen 20.20 Uhr trommelten Anastacias Tänzerinnen die Fans vor die Bühne und etwas später setzte die Sängerin, die für ihre Vorliebe für Brillen ähnlich bekannt ist wie für ihre Powerstimme, dunkle Sonnengläser auf. Vergessen die nasse Abkühlung, Anastacia und ihre Band heizten die Stimmung mit perfektem Pop, einer flott durchchoreographierten Show und hier und da etwas Animation an. Letztere war allerdings kaum notwendig. Anastacia präsentiert auf der aktuellen Tour ihr "Best of"-Album "Ultimate Collection" und das bedeutet Live-Hits am laufenden Band, die die Fans begeistert mitsingen, mitklatschen und mittanzen. Auf ungetönte Brillen verzichtete Anastacia auf der Bühne, ihre Stimme dagegen war 100-prozentig da. Gut, viele der neueren Songs haben Refrains, die im Chor gesungen werden - eine Konzession an den Zeitgeschmack. Aber sobald Soul und Rock in den Arrangements die Oberhand gewinnen, ist Anastacias Powerstimme die treibende Kraft für alles. Die äußerst jugendlich wirkende 47-Jährige ist mit ihren Chart-Erfolgen und vollen Hallen Star genug, um keinerlei Vergleiche nötig zu haben. Aber wenn sie über die Bühne tänzelnd ihre Soulstimme auf Hochtouren bringt, fällt einem doch Tina Turner ein, als diese im gleichen Alter war.

FOTO: Heiko Kempken

Anastacia ist der Dreh- und Angelpunkt der Show, sympathisch, nah am Publikum und doch glamourös genug, sich dreimal umzuziehen. Aber die Kostümwechsel gelten auch für ihre Tänzerinnen und Background-Sängerin Maria, die im Duett problemlos Eros Ramazotti ersetzt. Anastacia präsentiert sich als Frontfrau einer Band, in der jeder nicht nur namentlich vorgestellt wird, sondern auch vom Publikum persönlich begrüßt wird: Teamarbeit statt Ein-Frau-Show.

Und doch, es ist natürlich Anastacia, die ihre Fans sehen wollen. "I'm outta love" singt sie vor ausgestreckten Armen und hochgereckten Smart Phones. Im Scheinwerferlicht sieht man, wie stark der Regen auf die Ränge prasselt, es scheint niemand im Burgtheater zu bemerken außer Anastacia selbst. Sie streckt die Hände empor, geht hinaus auf die unüberdachte Vorbühne und dann zu ihren Fans. Während sie singt, schüttelt sie Hände, lässt sich für Selfies ablichten. Was für ein Start ins Fantastival 2016.

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