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Dinslaken
Bei Schulen soll nichts überstürzt werden

Dinslaken. Die Politik will vor einer Entscheidung über die Standorte in Dinslaken ausführlich beraten und gewissenhaft abwägen, damit eine zukunftsfähige Schullandschaft entstehen kann. Linksfraktion plädiert für eine zweite Gesamtschule. Von Heinz Schild

Mit der Beratung und Entscheidung über die Zukunft der Schullandschaft in Dinslaken will die Kommunalpolitik sich Zeit lassen und nichts überstürzen. Das machten die Sprecher der Fraktionen in der gestrigen Sitzung des Schulausschusses klar. Einzig die Linken positionierten sich bereits und sprachen sich für die Gründung einer zweiten Gesamtschule in der Stadt aus. Nachdem das Gutachten zur Entwicklung der Schulen vorliegt, hat besonders die Stellungnahme der Bezirksregierung Düsseldorf für Aufregung gesorgt. Denn darin spricht die Behörde sich dafür aus, die noch junge Sekundarschule zu schließen und auch das Gymnasium in Hiesfeld dicht zu machen.

Helmut Weinreich von der SPD wertete die vorliegenden Stellungnahmen als wichtige Ergänzung zum Schulgutachten. Gebraucht werde jetzt "keine schnelle Lösung, sondern langfristig eine, die für unsere Stadt passt", sagte Weinreich in der Ausschusssitzung. Michael van Meerbeck von der CDU brachte Verständnis für die Eltern auf, die sich jetzt fragen, warum die Dinslakener Politiker in dieser Sache nicht zügig entscheiden. Er erinnerte daran, dass man früher schon mal schneller im Schulbereich entschieden habe und dann nicht alles so gelaufen sei, wie man es sich gewünscht habe. "Wir wollen für Kinder und Lehrer eine Struktur haben, die hält." Ein Kind, das an einer Schule eingeschult werde, sollte die Sicherheit haben, dort auch den Schulabschluss machen zu können. Die anstehenden Entscheidungen seien so wichtig, dass Zeit gebraucht werde für notwendige Beratungen und gewissenhaftes Abwägen, so van Meerbeck. Daniel Schellbach (Die Linke) sprach sich dafür aus, dass Schüler möglichst lange gemeinsam lernen - was am besten an der Gesamtschule möglich sei. Deshalb plädierte er für die Gründung einer zweiten Gesamtschule. "Wir wollen alle nur das Beste und eine zukunftsfähige Schullandschaft aufbauen", meinte Jutta Frenk von der UBV und dies erfordere eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik. Die Entscheidung sollte aber vor dem 30. November fallen, damit eine Änderung zum nächsten Schuljahr gelten könne, sagte Malte Kemmerling von der Bewegung für nachhaltige Politik (BNP).

Einigkeit herrschte unter den Ausschussmitgliedern darüber, dass die Ernst-Barlach-Gesamtschule eine neue Aula bekommen soll, da die alte in einem maroden Zustand ist und geschlossen werden musste. "Der Starkregen Ende Mai hat der Aula den Rest gegeben", berichtete Schuldezernentin Christa Jahnke-Horstmann. Nach einer ersten Schätzung wird ein Neubau etwa 3,187 Millionen Euro kosten, nur rund 100.000 Euro mehr als eine Sanierung. Die Verwaltung plädierte angesichts der geringen Mehrkosten für einen Aula-Neubau, dieser Überzeugung schlossen sich die Ausschussmitglieder einstimmig an.

Quelle: RP
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