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Dinslaken
Bekommt Hiesfeld doch ein Naturbad ?

Dinslaken: Bekommt Hiesfeld doch ein Naturbad ?
Mit der Wiedereröffnung des Hiesfelder Bades wird's wohl so schnell nichts mehr. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Das Hiesfelder Freibad wird diesen Sommer nicht mehr öffnen. Auch die von der CDU-Fraktion ins Gespräch gebrachte "Eierbecherlösung" für die marode Filteranlage ist seit gestern vom Tisch. Jetzt spricht vieles für ein neues Naturbad. Von Jörg Werner

260.000 Euro hätte es gekostet, die nicht mehr standfeste Filteranlage, die verhindert, dass das Hiesfelder Freibad geöffnet werden kann, kurzfristig zu ersetzen. Die wollte der Rat aber nicht bereitstellen, so lange nicht entschieden ist, ob das Freibad überhaupt längerfristig eine Zukunft hat. In dieser Situation hatte die CDU-Fraktion die Idee, die zwei tonnenschweren Filterbehälter wieder standfest zu machen, indem sie - gleichsam wie Eier in den Becher - in Beton gesetzt werden.

Dass das funktionieren könnte, hat Michael Hörsken, einer der Geschäftsführer der städtischen Bädergesellschaft DINbad, die das Hiesfelder Bad betreibt, zwar sofort bezweifelt und sich dabei auf die bisher vorliegenden Stellungnahmen der von DINbad eingeschalteten Experten berufen, allein die Politik wollte auch diese Lösung noch einmal geprüft wissen. Gestern also war Ortstermin. Danach erklärte Stefan Buchmann, CDU-Planungsexperte, Architekt und einer der geistigen Väter der Eierbecherlösung, dass seine Idee nicht umsetzbar ist. Im Gespräch mit den Vertretern der DINbad sei man zu dem Schluss gekommen, dass das Einbetonieren der Filter nicht machbar ist. Er sei, so Buchmann, zwar immer noch der Meinung, dass damit das statische Problem hätte beseitigt werden können, aber das allein bringe nichts. Die Wände der Filter seien in einem so schlechten Zustand, dass Undichtigkeiten drohten. Dann aber flösse das Wasser aus den undichten Stellen in die Betonwannen und das könnte gesundheitliche Gefahren etwa durch Legionellen zur Folge haben.

Ein Naturbad, wie es die Stadt Mettmann gebaut hat, findet jetzt auch in Hiesfeld Fürsprecher. FOTO: Andreas Endermann

Das Bad bleibt also erstmal dicht. Und nun? Iris Obecny vom Hiesfelder Freibadverein hat eine Lösung im Auge. In der Sonderratssitzung am 31. Mai, in der die Dinslakener Politik das Geld für eine neue Filteranlage verweigert hat, hatte sie Bürgermeister Dr. Michael Heidinger zwar noch eine Liste mit 3000 Unterschriften für den Erhalt des Hiesfelder Bades überreicht und dabei betont, dass die Hiesfelder ihr Bad behalten wollen, wie es ist und ein Naturfreibad, wie es von den Grünen vorgeschlagen wurde, ablehnen, doch hat sie ihre Meinung geändert. "Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass das Bad in der jetzigen Form nicht saniert werden kann", sagte sie gestern der Rheinischen Post. "Wenn wir ein Bad in Hiesfeld behalten wollen, dann sollten wir einen Kompromiss finden."

Und der könnte im Bau eines Naturbades bestehen. Nach der Ratssitzung habe sie noch ein intensives Gespräch mit dem Bürgermeister geführt. Der habe sie auf das Naturbad in Mettmann hingewiesen. Sie habe sich daraufhin, intensiv über dieses Bad informiert und glaube, dass so etwas auch in Hiesfeld entstehen könne, zumal das Bad in Mettmann ja schon 2005 gebaut worden sei und die Technik sich seitdem weiterentwickelt habe. "Ich bin überzeugt, dass sich mit Hilfe einer Solaranlage ein Naturbad heutzutage so beheizen lässt, dass es den Bedürfnissen der Menschen, die in Hiesfeld schwimmen wollen, gerecht wird", erklärte sie.

Auch Bürgermeister Dr. Michael Heidinger könnte dem Bau eines Naturbades eine Menge abgewinnen. "Ich will der Studie zur Zukunft der Dinslakener Bäder, die der Rat in Auftrag gegeben hat, nicht vorgreifen", sagte der Bürgermeister. Er sehe aber die Chance, "dass wir am Standort in Hiesfeld etwas Attraktives gestalten können". Mit der Lage am Rotbach könne ein solches Bad auch aus touristischer Sicht interessant sein. Und: "Dinslaken ist Stadt der Nachhaltigkeit. Das ist inzwischen ja unser Markenzeichen geworden", sagte Heidinger. Da passe ein Naturbad wunderbar ins Konzept. Natürlich müsse das Ganze finanzierbar sein. Der Bürgermeister hat zwar durchaus berechtigte Hoffnung, dass Fördermittel für ein solches Projekt fließen könnten, nähere Aufschlüsse müsse aber nun die Studie erbringen, die DINbad im Auftrag der Stadt erstellen werde. Heidinger hofft, der Politik bis zum Jahresende ein beschlussreifes Bäderkonzept für die Gesamtstadt präsentieren zu können.

Quelle: RP
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