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Dinslaken
Bergpark: Gemeinsam Kunst gestalten

Dinslaken: Bergpark: Gemeinsam Kunst gestalten
Ein Haus, das für Ideen offensteht: Künstlerin Jeanne van Heeswijk möchte für ihr Projekt zuerst einmal die Menschen in Lohberg kennen lernen und dann mit ihnen gemeinsam etwas auf dem Zechengelände gestalten. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Bei einigen Projekten der geplanten "Choreografie einer Landschaft" ist die Unterstützung der Menschen in Lohberg gefragt. Sie sollen an der Kunst im Bergpark mitwirken. Von Florian Langhoff

Dass sich auf dem ehemaligen Zechengelände in Lohberg etwas bewegt, ist seit einigen Monaten auch nach außen hin sichtbar. Langsam entsteht der Bergpark, wo früher Kohle gefördert wurde und in diesem sollen auch Kunstprojekte ihren Platz finden. Dafür sorgt das Projekt "Choreografie einer Landschaft", mit dem einige international renommierte Künstler in Lohberg ihre Spuren hinterlassen werden.

"So nah wie bei diesem Projekt sind die Strömungen der modernen, urbanen Kunst noch nie an Lohberg herangekommen", lobte Kulturdezernentin Christa Jahnke-Horstmann das Projekt bei dessen Präsentation im Lohberger Ledigenheim.

Besonders der Name Thomas Schütte dürfte die Aufmerksamkeit der Kunstkenner erregen. 2005 auf der Kunstbiennale Venedig als bester Künstler prämiert, stellte der 59-Jährige bereits seine Werke auf dem Londoner Trafalgar Square und im New Yorker Central Park aus. Mit der vier Meter hohen, rot lackierten Skulptur "Hase", die auf dem Rundverdicker im Bergpark platziert werden soll, ist dem neu entstehenden Erholungsbereich schon ein erster Blickfang sicher.

Für Gesprächsstoff dürfte die Idee von Künstler Jakob Kolding sorgen, der aus Bronze ein Stück Kohle im Originalformat nachbilden und neben einer Bank im Park platzieren möchte. "Die Suche nach dem Kunstwerk und die Gespräche darüber werden die eigentliche Größe dieser Arbeit ausmachen", sagt Projektkoordinator Markus Ambach.

Richtig gefragt sind die Bürger beim Projekt "Kraftwerk", das Künstler Martin Kaltwasser im Bergpark umsetzten will. "Das Kraftwerk soll ein Gebäude sein, in dem mit Pedalgeräten Energie erzeugt wird", erklärt er. Gebaut werden soll mit gebrauchtem und gespendetem Material, und zwar mit den Bürgern des Stadtteils. Die erzeugte elektrische und mechanische Energie soll schließlich zum Betrieb einer kleinen, offenen Werkstatt im Gebäude dienen. "Unsere Vision ist, dass am Ende Energie in die umgebenden Gebäude abgegeben werden kann", erklärt Kaltwasser.

"Groundwork" nennt Künstlerin Jeanne van Heeswijk die Idee, die sie mit ihrem Kollegen Marcel van der Meijs entwickelt hat. Mit einem "fliegenden Klassenzimmer" will sie durch Lohberg ziehen, die Menschen kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen. "Wir hoffen, wir dürfen bei einigen mal auf einen Kaffee vorbeischauen", sagt die Künstlerin mit einem Lächeln. "Wir möchten wissen, was die Menschen hier wollen und brauchen." Bis 2015 soll das aus dieser Grundlagenarbeit entstehende Projekt Richtung Zechengelände wandern. "Am Ende sollen durch dieses Projekt auch Arbeitsplätze auf dem Zechengelände geschaffen werden", erklärt Koordinator Markus Ambach.

Quelle: RP
 
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