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Voerde
Bernhard Benninghoff ist tot - Stimme der FDP

Voerde. Bernhard Benninghoff ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Der liberale Kommunalpolitiker war das Gesicht der FDP in Voerde, die er auch in seinem hohen Alter noch im Stadtrat vertrat. Seinen Entschluss, sich weiterhin an führender Position für liberale Politik zu engagieren, hatte Benninghoff zuvor mit seiner Familie abgestimmt. Mit seinem Tod verliert Voerde einen charakterstarken Menschen, der stets seiner Überzeugung und seinen Prinzipien treu geblieben ist und sich - auch in den Reihen der eigenen Partei - dadurch nicht nur Freunde gemacht hat. Von Heinz Schild

Geboren 1934, als zweites von sechs Kindern des Landwirtsehepaares Heinrich und Anna Benninghoff, wuchs er in der Gemeinde Hünxe auf, besuchte dort die Volksschule und machte am Gymnasium in Dinslaken sein Abitur. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Bonn, legte sein erstes und zweites Staatsexamen in Düsseldorf ab. Er arbeitete als Richter, zuletzt am Amtsgericht Dinslaken, dessen Direktor er von 1979 bis 1999 war. Verheiratet war Bernhard Benninghoff seit 1961 mit seiner Frau Käthe, geb. Platt. Sie zogen drei Söhne groß, die als Rechtsanwalt, Flugkapitän und Arzt arbeiten. Die Familie zog 1968 von Bruckhausen nach Voerde und wurde dort schnell ansässig.

1968 war auch das Jahr, in dem Bernhard Benninghoff der FDP beitrat, die zeitlebens seine politische Heimat war. Von 1969 bis zu seinem Tode gehörte er - bis auf eine Unterbrechung von 1994 bis 1999 - dem Voerder Rat an, war jahrzehntelang Fraktionsvorsitzender der Liberalen und führte zeitweise den FDP-Ortsverband Voerde. Zudem engagierte er sich im Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Dinslaken-Voerde-Hünxe, als dessen Vorsitzender er viele Jahre aktiv war.

Den Förderverein Baudenkmal Kirche Götterswickerhamm hob Benninghoff mit aus der Taufe und nahm auch dort viele Jahre die Position des Vorsitzenden ein. Mit zunehmendem Alter gab er nach und nach etliche Ämter ab, der Kommunalpolitik hielt er bis zuletzt die Treue. Nachdem die FDP bei der der Kommunalwahl im Mai 2014 den Fraktionsstatus verloren hatte, gehört er als einziges FDP-Mitglied dem Stadtrat weiterhin an.

Der Liberale vertrat in all den Jahren nachdrücklich seine Position und eckte dadurch manchmal an. Eines seiner erklärten politischen Ziele war es, sich dafür einzusetzen, dass die finanzschwache Kommune Voerde wieder einen ausgeglichenen Haushalt bekommt. So brachte er noch Anfang dieses Jahres die Überlegung in die politische Diskussion ein, innerhalb der Stadtverwaltung Dezernentenstellen abzubauen, um so zu nennenswerten Einsparungen zu kommen, die zur kommunalen Haushaltsentlastung beitragen würden. Er wetterte gegen die Sparkassenfusion, da sie nach seiner Überzeugung im Hauruck-Verfahren durch die Gremien gepeitscht werden sollte, und war ein erklärter Gegner der Auflösung der Realschule Voerde. Der Gründung einer neuen städtischen Gesamtschule konnte er nichts abgewinnen, er plädierte vielmehr dafür, weiterhin auf die Realschule und das Gymnasium zu setzen und darüber hinaus eine schulische Kooperation mit Dinslaken und Hünxe einzugehen.

Bernhard Benninghoff war mit sich und seinem Leben zufrieden. Er selbst bezeichnete sich als einen glücklichen Menschen. "Ich habe mehr Glück als Unglück oder Pech gehabt", sagte er anlässlich seines 80. Geburtstages.

Die Trauerfeier findet am Montag, 17. Oktober, 14.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche in Götterswickerhamm statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im Familienkreis.

Quelle: RP
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