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Voerde
Besserer Hochwasserschutz für Götterswickerhamm

Voerde. Voerde hofft für die städtebauliche Entwicklung des Rheindorfes auf Fördergelder vom Bund.

Den Wunsch, Götterswickerhamm mit der Erneuerung des Hochwasserschutzes städtebaulich zu entwickeln, hegt die Stadt schon lange. Da es sich um ein finanziell ehrgeiziges Projekt handelt, hofft die klamme Kommune auf Hilfe. Bisher hat ihr Bemühen keinen Erfolg gezeitigt, auf Städtebaufördermittel des Landes kann sie nicht setzen. Nun wendet sie den Blick in Richtung Berlin - in der Hoffnung, vielleicht nochmal einen Volltreffer oder "Sechser im Lotto" zu landen, wie es ihr im Fall der Sanierung der Sportanlage "Am Tannenbusch" gelungen war.

Das gleiche Haus wie damals hat in diesem Sommer einen weiteren Wettbewerb aufgelegt, an dem sich die Stadt wieder beteiligen möchte und wofür die Politik jetzt grünes Licht geben soll: Das Bundesbauministerium hat Kommunen unter dem Stichwort "Nationale Projekte des Städtebaus" aufgerufen, Vorhaben für eine mögliche Förderung anzumelden, die von überörtlicher Bedeutung sind, ein hohes Qualitätsniveau, einen außergewöhnlichen Finanzbedarf und eine im nationalen Rahmen beispielhafte Ausprägung haben. Dezernent Wilfried Limke ist überzeugt, dass die Beschreibung auf den Plan für Götterswickerhamm passt: "Wir sind selbstbewusst genug zu sagen, dass es sich dabei um ein bedeutendes Projekt handelt, das über die Stadt, die Region weit hinaus strahlt.".

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die durch das Dorf führende Dammstraße (heute L 4) aus Gründen des Hochwasserschutzes nach und nach erhöht. Seither liegen die historischen Gebäude einschließlich der Kirche niedriger als die Straße. Durch den Ausbau der L 4 in den 1960er Jahren sei diese Wirkung noch verstärkt und durch den Straßendamm sei eine frühere Dorfplatzsituation, gebildet durch das Ensemble von Kirche, Gaststätte, Schule und Dorfladen, diagonal zerschnitten worden. Die Stadt will die ursprüngliche Dorfstruktur wieder herstellen.

Der Deichverband Mehrumhat alternativ zu der meterhohen Hochwasserschutzmauer durch den Ort und am Flussufer nach vehementer Kritik von Betroffenen und Bürgern eine neue Planung erarbeitet, die den Einsatz mobiler Elemente auf der vorhandenen Deichtrasse, der Dammstraße, vorsieht. Um zu verhindern, dass dadurch die Höhenverhältnisse und die Enge des Verkehrsraums auf Jahrzehnte "zementiert" werden, soll die Straße nach Vorstellung der Stadt im Bereich des Dorfkerns so weit abgesenkt werden, dass eine einheitliche Platzfläche entsteht, und der Hochwasserschutz durch höhere mobile Elemente sichergestellt werden. Dieser müsse dann teils zweireihig ausgeführt werden, wofür an der Engstelle gegenüber der Kirche die Bebauung weichen müsste, so die Verwaltung.

(P.K.)
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