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Voerde
Beste Unterhaltung bei der Musical-Gala

Voerde. Gut aufgelegte Darsteller boten in der Voerder Aula eine bunte Mischung mit einer gelungenen Show und Wortwitz.

"On Broadway" sangen Lynelle Jonsson, Maria Jane Hyde, Mark Polak und Patrick Granado am Samstagabend in der Aula des Gymnasiums. Und genau dahin ging es bei der dritten Neujahrsgala "Musicals in Concert" auch. Organisator und Moderator Peter Wölke versprach: "Wir machen alles." Denn "Alles" war das Motto des Programms. Eine bunte Mischung, die es den gut aufgelegten Darstellern ermöglichte, all ihre Facetten zu zeigen - und dabei alles zu geben.

Das taten die Sängerinnen und Sänger auch, die Stimmung in der ausverkauften Aula war von der ersten Minute an gut, der Funke sprang nicht erst bei "Saturday Night Fever" über. "Mamma Mia", auf der Bühne war einiges los. Neben starken Balladen begeisterten die Darsteller mit ihrer komödiantischen Seite, Wortwitz und ihrer Wandlungsfähigkeit, die sie nicht nur mit ihren Kostümen, sondern vor allem mit ihren Stimmen unter Beweis stellten. Als Nana Mouskouri präsentierte Maria Jane Hyde herrlich überdreht "Guten Morgen Sonnenschein" und hatte als Überraschung Stevie Wonder (Patrick Granado) im Gepäck, der ihr versprach "You are the Sunshine of my life" und mit dem Publikum "I just called to say I love you" sang.

Die Liebe ist ein großes Thema in Musicals, auch in dem neuen Stück "Bodyguard", das auf dem gleichnamigen Film basiert. Lynelle Jonsson wagte sich an Whitney Houstons "I will always love you" - ein schwieriger Titel, den sie aber mit Bravour meisterte und für Gänsehaut sorgte. Bei "Bodyguard" fällt Peter Wölke James Bond ein. "Aber dazu gibt es leider kein Musical", bedauerte der Moderator. Also wird spontan ein Stück improvisiert. Mark Polak schlüpft in die Rolle von 007, doch statt Miss Moneypenny gesteht ihm Inge Meysel aus dem Off, dass sie gerne mal ein Bond-Girl gewesen wäre. Als die aufgeregte Miss Moneypenny (Maria Jane Hyde) dann behauptet, den Geist von Michael Jackson gesehen zu haben, muss Bond der Sache erstmal auf den Grund gehen - eine gekonnte Überleitung zum Medley aus "Black and White", "Billie Jean" und "Heal the World". Patrick Granado gelang eine authentische Interpretation, inklusive Moonwalk. Mit viel Beifall ging es in die Pause.

So abwechslungsreich das Programm auch war, an den Klassikern des Musicals kommt man trotzdem nicht vorbei, die Vampire und das Phantom trieben auch in der Voerder Aula ihr Unwesen. Lynelle Jonsson zeigte bei "All that Jazz" im glitzernden kleinen Schwarzen, dass frau auch hochschwanger noch sexy sein und toll singen kann.

Auch im zweiten Teil lag der Fokus bei der Stückauswahl jenseits der üblichen Musical-Verdächtigen. Maria Jane Hyde und Mark Polak wollten Spaß und heizten mit den Liedern der Neuen Deutschen Welle aus der Show "Ich will Spaß" ein. Völlig losgelöst waren die Zuschauer als Chor bei "Major Tom" und holten mit Mark Poland den "Sternenhimmel" herunter.

Diese ausgelassene Stimmung konnte aber noch getoppt werden: Als Partick Granado im roten Lederfummel und mit voluminöser Perücke als Tina Turner die Bühne betritt, hat die Stimmung schließlich ihren Siedepunkt erreicht, der Saal tobt. Mit einem grandiosen Percussion-Solo läutet die Rainbow-Band, die die Darsteller instrumental toll in Szene gesetzt hat, dann das große Finale ein. Was wäre dazu geeigneter als ein Medley mit Queen-Liedern? Alle Akteure rocken noch einmal die Voerder Aula, und als sie "We are the Champions" singen, kann ihnen das begeisterte Publikum nur zustimmen - lang anhaltender Applaus und Standing Ovations für eine Gala, die alles gehalten, was sie versprochen hat.

(cor)
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