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Dinslaken
Betuwe: Dinslakener leiden unter Lärm

Dinslaken: Betuwe: Dinslakener leiden unter Lärm
Stefan Ventzke, Betuwe-Projektleiter bei der Deutschen Bahn, erklärte Josef und Ursel Szymczak Details zum Ausbau der Bahnstrecke. FOTO: Gerd Hermann
Dinslaken. Die Deutsche Bahn beantwortete auf dem Neutorplatz Fragen zum Ausbau der Bahnline. Von Florian Langhoff

Man mochte nicht unbedingt mit Stefan Ventzke tauschen. Der Projektleiter für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Emmerich und Oberhausen -auch als Betuwe-Linie bekannt - musste sich auf dem Neutorplatz einiges von den Besuchern anhören. Denn einige der Gäste am Stand der Deutschen Bahn, an dem die Bürger Dinslakens Informationen zum Ausbau der Bahnstrecke bekommen sollten, nutzten die Gunst der Stunde, um Frust abzulassen. Da beschwerte man sich über die Bundespolitik im Bezug auf die Bahn, da wurde über die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Planung diskutiert und der Plan des Streckenausbaus allgemein infrage gestellt. Stefan Ventzke blieb ruhig, diskutierte mit den Bürgern und verwies auf den Grund seiner Anwesenheit: "Wir sind heute hier, um Ihnen Informationen zum Ausbau der Strecke zu geben", sagte er immer wieder.

Die Beschwerden blieben aber eher die Seltenheit. Die meisten Menschen waren gekommen, um sich darüber zu informieren, was in Zukunft vor ihrer Haustür geschehen wird. Das galt auch für Josef und Ursel Szymczak.

"Wir wollten Informationen zum Schallschutz haben", erklärte Josef Szymczak. "Wir wohnen direkt an der Bahnstrecke, und es ist dort sehr laut", ergänzte seine Ehefrau Ursel. In Zukunft sollen fünf Meter hohe Lärmschutzwände den Schall des Schienenverkehrs im Zau halten. Bis es soweit ist, kann es allerdings noch fünf Jahre dauern. "Wir werden dann sehen, was es bringen wird", sagte Josef Szymczak. "Die Frage ist nur, wann sie fertig werden."

"Wir wollten wissen, ob es bei uns in Zukunft leiser wird", so Rainer Apelt. Gemeinsam mit Ehefrau Irmgard wohnt er ebenfalls direkt an der Bahnstrecke. "Bei uns ist es so laut, da muss etwas passieren", erklärte er weiter. Und es soll auch etwas geschehen. Auch bei ihnen sind Lärmschutzwände vorgesehen und es soll in Zukunft deutlich leiser werden. So ganz davon überzeugt, dass dies dann auch der Fall ist, sind die beiden Anwohner der Bahnstrecke allerdings noch nicht. "Man kann ja viel erzählen, aber wir werden sehen wie es kommt. Die Hoffnung stirbt zuletzt", so Irmgard Apelt.

Dabei brachte die Deutsche Bahn mit ihrem Stand das Thema Lärm gleich selbst mehrfach aufs Tapet. Neue Bremsen sollen bei den Güterzügen für weniger Lärm sorgen. An einem Simulator, der mit Kopfhörern ausgestattet ist, konnten die Besucher hören, wie sich diese Bremsen und Lärmschutzwände auf die von den Zügen verursachte Geräuschkulisse auswirken.

Nach anderthalb Stunden am Stand ebbte der Besucherstrom etwas ab. "Wir sind zufrieden mit der bisherigen Resonanz. Uns freut es, wenn möglichst viele Menschen kommen, um sich zu informieren", zog Stefan Ventzke Bilanz. "Die meisten Gespräche waren sehr konstruktiv und ich nehme einige Punkte mit", versprach der Projektleiter für den Streckenausbau zwischen Oberhausen und der holländischen Grenze.

Quelle: RP
 
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