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Dinslaken
Betuwe-Initiative hat sich aufgelöst

Dinslaken. Vorstandsmitglieder wollen als lose Initiative weiterhin Bindeglied bleiben. Von Ralf Kubbernuß

Die Betuwe-Initiative Dinslaken ist tot, es lebe die Betuwe-Initiative Dinslaken. Denn zwar hat die Mitgliederversammlung am Montag einstimmig beschlossen, den Verein aufzulösen, als lose Initiative will man aber weiter aktiv bleiben.

Das Ende nach mehr als 22 Jahren war schon ein wenig frustrierend. Gerade 19 der immer noch 108 Mitglieder der Initiative waren zur Versammlung erschienen, um ihren Verein zu Grabe zu tragen. Nach der schweren Erkrankung des langjährigen Vorsitzenden Heinz Mülleneisen sehen sich Dieter Krüger und Gitta Ahrens, die den Verein kommissarisch geführt haben, dazu nicht mehr in der Lage. Beide sind über 70 Jahre alt und erwarten nicht, dass sich in den nächsten fünf Jahren hinsichtlich des Betuwe-Ausbaus etwas tut. "Laut Bahn wird der Planfeststellungsbeschluss nicht vor Ende 2017 vorliegen, mögliche Klagen würden noch einmal zwei Jahre oder länger dauern", befürchtet Dieter Krüger. Hinzu kommt, dass die Bürgerinitiative in der gewählten Vereinsform derzeit nahezu handlungsunfähig sei, ihren Mitgliedern zum Beispiel keine Rechtsberatung geben darf. "Die Politik ist nun am Zug, muss die technischen Möglichkeiten endlich in Gesetzesform bringen", sagt Dieter Krüger. Ein neuer Vorsitzender für den Verein fand sich nicht.

Gemeinsam mit der Vize-Vorsitzenden Gitta Ahrens hat Dieter Krüger von Anfang an zum geschäftsführenden Vorstand des Vereins gehört, der am 18. November 1993 in Dinslaken gegründet wurde. Frustrierend sei das Ende auch, weil in den vielen Jahren seitens der Bahn praktisch nichts geschehen sei: "Hier ist gerade ein Planfeststellungsbeschluss fertig und in den Niederlanden rollen die Züge seit Jahren", konstatiert Krüger. Die Bahn habe nichts unternommen, um den dreigleisigen Ausbau der Strecke wirklich zu forcieren, habe lediglich den Güterverkehr auf den bestehenden beiden Gleisen immer weiter verdichtet - zum Leidwesen der Anrainer.

Nach dem Auflösungsbeschluss wird die Angelegenheit nun einem Notar übergeben, der die Streichung beim Amtsgericht beantragt. Nach einer Frist von einem Jahr und drei Tagen kann das Vereinsvermögen - wohl im fünfstelligen Bereich - an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Dieter Krüger und Gitta Ahrens wollen den Mitgliedern als lose Initiative weiterhin zur Seite stehen, als Bindeglied zwischen ihnen, der Verwaltung und dem Informationsdialog fungieren.

Quelle: RP
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