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Dinslaken
Betuwe: Mehr Sicherheit kostet 20 Millionen Euro

Dinslaken: Betuwe: Mehr Sicherheit kostet 20 Millionen Euro
Nur eine Übung: Ein Auto wird nach einem Zusammenstoß mit einem Zug abtransportiert. Für derlei Notfälle sehen sich die Feuerwehren durch das neue Sicherheitskonzept für die Betuwe nun besser gerüstet. FOTO: Bastian Königs
Dinslaken. Feuerwehren sind mit Sicherheitskonzept, das sich am holländischen Vorbild orientiert, trotz Abstrichen einverstanden. Von Bernfried Paus

Es kommt was in Bewegung auf der Schiene zwischen Oberhausen und Emmerich. Beim Betuwe-Beirat – in dem sind Land, Bund, Bahn und Anrainer vertreten – hat die Bahn gestern in Oberhausen erstmals erklärt, dass sie die Verfahren zur Planfeststellung für die Blockverdichtung und für den Ausbau der Strecke samt Lärmschutz parallel fahren will.

Bisher sollte das formelle Verfahren für die Blockverdichtung vorgezogen werden. Die macht es durch digitale Steuerung möglich, die Abstände zwischen den Zügen erheblich zu verkürzen. So kann die Strecke viel stärker genutzt werden. Folge: Die Schranken an den Übergängen bleiben noch länger unten.

"Die neue Marschroute der Bahn ist eine gute Nachricht", findet Hamminkelns Bürgermeister Holger Schlierf als Sprecher der Anrainer. Indem die Blockverdichtung ins Planfeststellungsverfahren für den Betuwe-Ausbau einbezogen wird, sei sichergestellt, dass das dritte Gleis nicht in weite Ferne rückt. Denn: Zwar wird die Kapazität der Bestandsstrecke erhöht, aber das wird den Ausbau nun nicht verzögern, wie Kritiker der Bahn immer wieder befürchtet hatten.

Zweiter zentraler Punkt: Es liege nun ein Sicherheitskonzept für die komplette Strecke vor, das auch die Feuerwehren zufriedenstellt, so Schlierf: "Das holländische Vorbild ist abgespeckt, aber der Sicherheitsstandard jenseits der Grenze soll bei uns erfüllt werden." Offen sei aber die Frage, wer die 20 Millionen Euro bezahlen soll, die das deutliche Plus an Sicherheit gegenüber dem gesetzlich geforderten Maß kostet. Die Finanzierung des Ausbaus selber werde "nahe der Baureife" verlässlich geregelt. Die Verträge zwischen Bund, Land und Bahn seien ausgehandelt, so Schlierf, im nächsten Jahre könnte es zur Unterschrift kommen. "Niemand zweifelt mehr an der Finanzierung", betont der Hamminkelner Bürgermeister.

Drängender werde die Frage der Beseitigung der Bahnübergänge. "Die Bahn hat eingeräumt, dass es durch weiter steigendes Verkehrsaufkommen zu Schrankenschließzeiten bis zu 50 Minuten kommen kann – "ohne Blockverdichtung". Die Bahn sei aufgefordert, ein abgestimmtes Konzept vorzulegen, das zeige, in welcher Reihenfolge die Schranken durch Über- oder Unterführungen ersetzt werden sollen.

"Ein riesiges Problem", so Schlierf, "und keiner sagt, wie wir bis zum Ausbau der Strecke damit umgehen sollen." Darüber wollten die Anrainer gestern mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek sprechen. Doch der hatte ein Treffen am Rande der Beiratssitzung kurzfristig abgesagt. "Offenbar aufgrund eines Missverständnisses", sagte Schlierf. Für Januar soll ein neuer Termin vereinbart werden.

Quelle: RP
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