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Dinslaken
Bildungsarbeit wird ein Schwerpunkt sein

Dinslaken. Jürgen Beyer ist neuer Leiter des Lohberger OT-Heimes der Caritas für Jugendliche.

Ganz unbekannt ist das Lohberger Terrain für Jürgen Beyer nicht: Vor gut 30 Jahren absolvierte der heute 48-Jährige auf dem Schacht eine Schlosserlehre. "Das war eine schöne Ausbildungszeit." Und beim VfB spielt er Tennis. Der Bezug zum Dinslakener Ortsteil war es auch, der Jürgen Beyer veranlasste, sich auf die Stelle als Leiter des OT-Heimes für Jugendliche an der Lohbergstraße zu bewerben. Seit Ende Dezember ist er nun im Dienst und hat nach einer ersten Orientierungsphase einen Arbeitsschwerpunkt ausgemacht: Die Bildungsarbeit mit den Heranwachsenden und jungen Erwachsenen, die zumeist aus Einwanderfamilien stammen.

Jürgen Beyer, verheiratet, zwei Kinder, lebt in Rees und ist gelernter Erzieher und Bewegungstherapeut. Erfahrungen in der Jugend- und Bildungsarbeit sammelte er unter anderem beim Bildungsträger FachWerk in Moers, wo er zuletzt tätig war. Den Job in Lohberg trat er trotz der Ortskenntnisse mit etwas Skepsis an: Viel ist berichtet worden in der Vergangenheit über die salafistische Szene Viertel. Diese Skepsis ist inzwischen verflogen: "Ich fühle mich hier nett und freundlich aufgenommen."

Die Besucher des OT-Heimes, junge Männer zwischen 16 und 24 Jahren, distanzieren sich in Gesprächen vom Extremismus - zumindest öffentlich. "Ich weiß dennoch, dass es das hier gibt", sagt Beyer. Orientierung bieten, Fragen beantworten, auf die Jugendlichen zugehen - das ist es, was das Team der Einrichtung, bestehend aus sechs Mitarbeitern und Honorarkräften, schon seit Jahren praktiziert. Bis zu 50 junge Leute an den Sonntagen und 30, manchmal sogar 40 in der Woche kommen ins Heim, verbringen in den Räumen ihre Freizeit, fragen aber auch schon mal um Rat. In Projekten und Einzelgesprächen wollen die Mitarbeiter des Teams den Besuchern beim Übergang von der Schule in den Beruf zur Seite stehen - denn Jugendliche aus Lohberg haben es hier schwerer als Altersgenossen aus anderen Stadtteilen. "Besonders die Stigmatisierung macht es schwer, eine Lehre zu finden", so Beyer. Er plant zum Beispiel Bewerbungstrainings und -vorbereitung, will aber auch Verbindung zu Firmen herstellen und erwägt, Vertreter der Unternehmen einzuladen, damit Kontakte entstehen können. "Wir orientieren uns da am Bedarf der Jugendlichen." Immer wieder kommen die Besucher auf die Mitarbeiter zu und bitten um Hilfe.

Auch das Präventionsprojekt "Je suis Muslim" soll noch einmal aufgelegt werden. Langfristig ist es auch ein Ziel, Angebote für Mädchen zu schaffen, die das Haus bisher wenig frequentieren. In den nächsten Wochen will der neue Leiter sich noch einen weiteren Überblick verschaffen, den Stadtteil und die Akteure besser kennenlernen. Fest steht für ihn schon jetzt: "Das ist eine attraktive Arbeit, auf die ich mich sehr freue."

(rme)
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