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Voerde
Biomasseheizkraftwerk im September in Betrieb

Voerde: Biomasseheizkraftwerk im September in Betrieb
Wohnbau-Geschäftsführer Gerd Huesmann (r.) und Prokurist Wilhelm Krechter an einer der Nahwärmenetz-Baustellen an der Wilhelmstraße. FOTO: Heiko Kempken
Voerde. Erste Wohnbau-Mieter können ab November in Friedrichsfeld mit Fernwärme heizen. Von Petra Keßler

Ein langer Graben zieht sich zwischen Mehrfamilienhäusern an der Wilhelmstraße in Friedrichsfeld durch die Wiese. Schmale, ummantelte Rohre sind darin verlegt. Es sind dies die Boten für ein Energieversorgungsprojekt, an dem sich auch die Wohnbau Dinslaken beteiligt - und das in großem Maße: Sie stellt um von Erdgas auf Fernwärme, schließt in dem Zuge in Friedrichsfeld 648 Wohnungen an das neue Biomasseheizwerk an, das die Fernwärmeversorgung Niederrhein - Tochtergesellschaft der Stadtwerke Dinslaken - an der Straße "Am Industriepark" realisiert und Ende September in Betrieb nehmen will. Als erstes wird Siemens beliefert, in mehreren Abschnitten erfolgt der Anschluss der Wohnungen. Etwa 900 sind es bislang insgesamt.

Gert Huesmann, Geschäftsführer der Wohnbau, hebt das gute Zusammentreffen zweier Handelnder hervor: Erst durch die Kombination aus Versorgung eines Unternehmens und einer Vielzahl von Wohneinheiten werde das Projekt wirtschaftlich. Aktuell umfasst die Belieferung mit Nahwärme den Bereich westlich der B 8, das Biomasseheizwerk habe aber so viel Kapazität, auch auf die andere Seite der Bundesstraße gehen zu können, wie Wohnbau-Prokurist Wilhelm Krechter erläutert. Seit Juli laufen die Arbeiten zur Verlegung des Netzes - zurzeit im Bereich der Wohnbau Dinslaken an Wilhelmstraße, Spellener Straße und Eichenweg. Zeitgleich würden die Leitungen über die südliche Bülowstraße herangeführt, so Krechter. Mit einer dritten parallelen Baustelle soll bald im hinteren Bereich des Lindenweges begonnen werden.

Die Dinslakener Wohnungsgesellschaft nimmt zudem an 13 Mehrfamilienhäusern in Friedrichsfeld, die an das Nahwärmenetz angeschlossen werden, Modernisierungen vor. Diese Maßnahme betrifft insgesamt 55 Wohnungen und umfasst Arbeiten zwecks Wärmedämmung an Fassaden, Dächern, Haustüren, Kellerdecken und Treppenhausfenstern. Damit werde ein doppelter Effekt erzielt, erklärt Krechter und verweist auf die günstigere Umweltbilanz, die durch das Gesamtprojekt Biomasseheizwerk erreicht wird. Der bisherige CO2-Ausstoß werde um etwa 80 Prozent reduziert, durch die Sanierung in den Häusern würden weitere Einsparungen erzielt. 1,4 Mio. Euro investiert die Wohnbau hierfür in ihre Gebäude. Für die Anschlüsse und Modernisierung der Steuerungen und Heizkörperventile nimmt sie etwa 650 000 Euro in die Hand.

Die Hausanschlüsse werden gefördert im Rahmen des Landesprogramms "progress.nrw - Programmbereich Kraftwärmekopplung unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung - Investition und Beschäftigung. Auch private Hauseigentümer könnten einen Förderantrag - über die Fernwärmeversorgung Niederrhein - stellen. Bis Juni nächsten Jahres - so die Vorgabe des Förderprogramms - muss die Wohnbau komplett am Nahwärmenetz hängen. Die ersten etwa 50 Prozent der Wohnungen sollen bis Mitte November 2015 angeschlossen sein.

Quelle: RP
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