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Dinslaken
Blockflöten-Musik, die das Herz berührt

Dinslaken. Das Collegium Tibiarium feiert 20-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Stadtkirche. Von Corinna Meinold

Die evangelische Stadtkirche war am späten Sonntagnachmittag voll besetzt. Sigrid Ridderskamp freute sich, dass so viele zum Konzert, das das Blockflötenensemble Collegium Tibiarum anlässlich seines 20-jährigen Bestehens gab, gekommen waren. "Das ist wie ein Familienfest", sagte Ridderskamp, die das Ensemble leitet. Alles begann vor 20 Jahren mit zwei begeisterten Blockflötenspielerinnen, schnell erweiterte sich der Kreis, heute spielen sechzehn Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren gemeinsam alte und moderne Blockflötenmusik.

Das Ensemble ist aber mehr als nur gemeinsames Musizieren, die Frauen haben viel miteinander erlebt. "Früher waren die Kinder noch klein, heute sind fast alle Oma", berichtete Sigrid Ridderskamp und lachte. Diese Herzlichkeit und vor allem das Herzblut, das die Frauen in ihre Musik stecken, konnte das Publikum beim Konzert erleben. Für das Programm hatten sich die Jubilarinnen Unterstützung von den jungen Musikern Thea und Jakob Vahnenbruck am Schlagwerk und dem Projektchor Sankt Johannes unter der Leitung von Christoph Segerath (auch Klavierbegleitung) geholt. Sabine Steffan trug Texte über den Frühling vor.

Dass die Blockflötenfamilie vom Sopran- bis zur Bassblockflöte facettenreich ist, zeigte die Stückauswahl. Auf die "Berühmte Serenade" von Joseph Haydn folgte in kleinerer Besetzung die "Suite in F-Dur" von Christian Friedrich Witt und brachte mit leichter Melancholie die ausdrucksstarke und weiche Tiefe der Alt,- Tenor- und Bassblockflöten zum Ausdruck und machten deutlich, dass namhafte Komponisten Stücke für Blockflöte geschrieben haben.

Während die Frühlingslieder - darunter "Alle Vögel sind schon da" und "Der Mai ist gekommen" - eher das typische Blockflötengesicht zeigten, wurde mit der "Folklore for Fun" ungarische Tanzmusik zu Gehör gebracht, die den Spaß der Flötistinnen an der Musik erklingen ließ und mit dem guten und harmonischen Zusammenspiel des Ensembles Freude beim Zuhören bereitete.

Die Darbietungen des Collegium Tibiarums wechselten sich mit den Stücken, die der Projektchor innerhalb von drei Monaten einstudiert hatte, ab. Mit dem schön gesungenen Kanon "Lobe den Herrn meine Seele" leiteten sie Sängerinnen und Sänger einen Block geistlicher Lieder ein, die berührten und von der Hoffnung und Zuversicht erzählten, dass Gott da ist, wenn der Mensch auf der Schattenseite des Lebens steht. Das einfühlsame "Die Rose" war ein ausdrucksstarkes Plädoyer für Liebe und Leben, "Der vierstimmige Chor" gab einen humorvollen Einblick in den Chorgesang.

Schließlich spielten und sangen alle Beteiligten mit dem Publikum "Komm Herr, segne uns". Ein ebenso stimmungsvoller Moment, wie nach langanhaltendem Applaus die Zugabe "Möge die Straße". Der irische Segenswunsch sollte, so Sigrid Ridderskamp, den Zuhörern ein "Herz voller Musik" bescheren. Das dürfte mit diesem Konzert auch gelungen sein.

Quelle: RP
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