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Voerde
Blütenzauber der Königin der Nacht

Voerde: Blütenzauber der Königin der Nacht
Michèle Schilling und ihre herrlich blühende Königin der Nacht. FOTO: ms
Voerde. Wenn die Königin der Nacht sich in voller Pracht zeigt, dann ist das für Michèle Schilling ein Grund, Freunde und Nachbarn zu sich nach Hause am Dohlenweg einzuladen. Von Heinz Schild

Gemütlich sitzen dort alle auf der Terrasse zusammen, plaudern miteinandern, lassen es sich gut gehen und können aus nächster Nähe miterleben, wie sich in den Abendstunden eine später handtellergroße Blüte des Kaktus langsam öffnet und einen exotischen Duft verströmt. "Es ist ein schönes Erlebnis, gemeinsam mit meiner Nachbarschaft und meinen Freunden eine herrliche Sommernacht zu verbringen", sagt Michèle Schilling zufrieden.

Lange Zeit wusste sie gar nicht, dass die unscheinbare Pflanze in ihrem Wohnzimmer zu den nachts blühenden Kakteen gehört, die Königin der Nacht genannt werden. "Die Pflanze gibt es schon seit den 80er Jahren. Ich hatte sie mal von meiner Mutter für meine erste Wohnung bekommen", erinnert sich die Voerderin. Viele Jahre war die Pflanze eher dekoratives Gestrüpp, das noch nie geblüht hatte - bis im vergangenen Jahr erstmals eine Knospe sichtbar wurde, wuchs, sich zur Größe einer Peperonischote entwickelte und sich dann Mitte Juli nachts im Zeitlupentempo entfaltete. Es war eine prachtvolle, große, weiße Blüte, die dazu noch herrlich duftete. Auch damals versammelten sich Freunde und Nachbarn, um sich die Pflanze anzusehen und waren von deren Schönheit angetan. Denn so etwas sieht man ja nicht alle Tage.

Michèle Schilling recherchierte, um was für eine Pflanze es sich handelte und fand heraus, dass es eine Königin der Nacht sein müsste. Die Beschreibungen und Bilder, die sie im Internet fand, passten haargenau auf ihre Pflanze. Im vergangenen Jahr entwickelten sich zwei Blüten zu voller Pracht. Und diesmal konnte Michèle Schilling sogar fünf Blüten entdecken - und freute sich riesig darüber. Doch die Zeit der Blüte ist recht kurz. Wenn sie sich wieder geschlossen hat, fällt sie ab.

Schillings Pflanze hat sich in den zurückliegenden Jahren als absolut unempfindlich herausgestellt. Sie steht auf der Fensterbank in der Sonne, wird nicht bewegt, wenig gegossen und ist auch nicht gedüngt worden. "Ich lasse die Pflanze vor sich hinwachsen", sagt Michèle Schilling.

Und weil sie wusste, dass ihre Nachbarn und Freunde das Naturschauspiel, die Blüte der Königin der Nacht aufgehen zu sehen, auch diesmal wieder miterleben wollten, informierte sie sie per WhatsApp über das bevorstehende Ereignis und lud sie erneut zu sich ein. Als dann der große Augenblick bevorstand, kamen Nachbarn und Freunde gerne. Gemeinsam machte man es sich abends in geselliger Runde gemütlich und verfolgte das Ereignis. "Man hat nicht viele Gelegenheiten, sich auch mal spontan zu treffen und etwas zu feiern - aber das ist so eine Gelegenheit, die man nutzen sollte", sagt Michèle Schilling, die viel von der Pflege sozialer Kontakte hält. Deshalb hat sie bereits den Vorsatz gefasst, im kommenden Jahr wieder Freunde und Nachbarn einzuladen, wenn die Blüte ihrer Pflanze sich öffnet. In Bonn, so berichtet die Voerderin, gibt es im Botanischen Garten der Universität einmal im Jahr eine Nachtöffnung, wenn die Königin der Nacht im dortigen Sukkulentenhaus blüht. "Wir müssen dafür aber nicht nach Bonn fahren - das können wir auch hier erleben."

Quelle: RP
 
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