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Voerde
Brunnenbesitzer lassen Wasserqualität prüfen

Voerde: Brunnenbesitzer lassen Wasserqualität prüfen
Im Labormobil kann Harald Gülzow die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt vornehmen. FOTO: Markus Joosten
Voerde. In Friedrichsfeld nahm der Verein VSR-Gewässerschutz gestern 46 Proben entgegen. Ergebnisse gibt es in zwei Wochen. Von Michael Turek

"Wozu nutzen Sie Ihr Brunnenwasser?" Diese Frage stellt Harald Gülzow an diesem Vormittag recht häufig. Zwei Stunden lang steht er mit dem VSR-Labormobil auf dem Friedrichsfelder Marktplatz und nimmt Wasserproben entgegen. Am Ende sind es 46, fünf davon wird er noch vor Ort untersuchen. Die anderen Brunnenbesitzer haben umfangreichere Analysen in Auftrag gegeben. Sie erhalten das Ergebnis in gut zwei Wochen per Post. Auch so ein Satz, den Gülzow innerhalb der zwei Stunden häufig sagt.

Die Brunnenbesitzer nutzen das selbstgeförderte Wasser für ihren Garten, bewässern damit Gemüsebeete, ihre Obstbäume, füllen damit Planschbecken und sprengen ihren Rasen. Doch was steckt alles in dem Wasser, das in den durchsichtigen Flaschen, mit denen sie es zum Labormobil bringen, recht klar aussieht? Die Frage beantwortet Harald Gülzow nun schon seit mehreren Jahren. Er ist vom Verein VSR-Gewässerschutz, alle zwei, drei Jahre kommt er auf seinen Touren auch nach Friedrichsfeld, um Proben anzunehmen.

Die Kunden des Vereins haben dabei die Auswahl. Bei der einfachen Analyse, genannt Gießwasseruntersuchung, die Gülzow vor Ort in seinem Mobil durchführen kann, wird das Brunnenwasser auf Nitrat, Eisen und Leitfähigkeit untersucht, zudem der pH-Wert bestimmt. Es gibt aber auch noch andere, umfangreichere Untersuchungen, die zwischen zwölf und 99 Euro kosten. Bei der zweiten Variante, Garten-/Gebrauchswasseruntersuchung, wird die Flüssigkeit noch auf coliforme Keime untersucht. Geprüft wird auch, ob das Brunnenwasser als Gießwasser für Gemüse, zur Verwendung im Planschbecken und in der Waschmaschine geeignet ist.

Ein Augenmerk liegt auf dem Nitratwert. Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger in der Landwirtschaft. Bei der von den Landwirten und Gartenbaubetrieben aufgebrachten Gülle, bei Gärresten und Mineraldüngern besteht immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen wird.

Wird ein Grenzwert überschritten, soll das Wasser dann nicht mehr für die Bewässerung von Obst und Gemüse verwendet werden, auch für das Befüllen von Planschbecken sei es dann nicht mehr geeignet.

Richtung Rhein, in der Ortschaft Spellen, seien bei der letzten VSR-Aktion höhere Nitratwerte festgestellt worden, so Gülzow. Bei einem Wert von über 100 mg/l sollte es nicht mehr fürs Gemüse verwendet werden, bei Trinkwasser liegt der Grenzwert bei 50 mg/l.

Ein Mann kommt vorbei, vor sieben, acht Jahren hat er schon einmal eine Probe untersuchen lassen. Der Nitratwert lag damals unterhalb von 50mg/l, das Wasser aus seinem Brunnen nutzt er, um die Blumen, die Tomatenpflanzen zu wässern. Jetzt will er wissen, ob sich in den vergangenen Jahren etwas verändert hat.

Von den fünf Proben, die Harald Gülzow vor Ort untersuchte, überschritt eine die 50 mg/l-Grenze. Der Brunnen, aus dem dieses Wasser stammt, stehe in Spellen.

Quelle: RP
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