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Dinslaken
Budentaufe mit Tüten voller Süßigkeiten

Dinslaken: Budentaufe mit Tüten voller Süßigkeiten
Budentaufe (v.l.): Klemens Mues (Elektro van de Loo), Volker Schorsch (Tischlerei Büttgen & Schorsch) und Janet Rauch (Forum Lohberg). FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Wo früher der Kunstkiosk 422 an der Mauer des Zechengeländes stand, entsteht jetzt die Blaue Bude "kleine Zeche". Von Florian Langhoff

Bisher steht von der Blauen Bude "kleine Zeche" nur eine Wand. Zur Hünxer Straße hin präsentieren sich den Spaziergängern weiße Holzlatten mit blauen Fensterrahmen. Dahinter zu sehen: die Überreste der Mauer, die früher das Zechengelände von der Straße trennte. Trotzdem schreiten die Handwerker des Unternehmens-Netzwerks Wirtschaft vor Ort schon einmal zur Tat. Mit Akkuschraubern bringen sie das neue Schild an der Wand an, das dem Kiosk seinen Namen gibt. "Wir feiern heute schon mal unsere Taufe", sagt Janet Rauch vom Vorstand des Forums Lohberg. Ein Fenster der Bude ist geöffnet und es gibt - wie schon vor Jahrzehnten - Süßigkeiten in Tüten.

Mit Filzstiften können sich die Besucher an der Wand verewigen. Taufsprüche und Wünsche dürfen notiert werden. "'Ne gemischte Tüte für 'ne Mark, bitte!", hat einer der Gäste an die Wand geschrieben. Andere haben notiert, was sie mit dem Kiosk an der Stelle verbindet. Verwandte, die heute noch genau gegenüber wohnen oder früher auf dem Zechengelände arbeiteten zum Beispiel. Bis der wieder in neuem Glanz erstrahlt, könnte es allerdings noch dauern. "Wir sind auf der Suche nach Sponsoren und haben auch schon einige größere Unternehmen angesprochen", sagt Janet Rauch vom Forum Lohberg. Denn noch fehlt Geld, um das Gebäude wieder vor der Zechenmauer aufzubauen.

Und das nicht irgendwie. "Wir haben die Originalpläne des Kiosks vorliegen und danach möchten wir uns so weit wie möglich richten", erklärt Volker Schorsch von der Tischlerei Büttgen und Schorsch. "Komplett lassen sich die alten Pläne natürlich nicht mehr umsetzen, wegen neuer Vorgaben, die es mittlerweile gibt", berichtet er weiter. Seine Firma gehört zum Unternehmens-Netzwerk Wirtschaft vor Ort, dass die Neuerrichtung des Kiosk mit angestoßen hatte. "Wir stellen gerne die Arbeitskraft für das Projekt zur Verfügung", erklärt er. "Aber alleine finanzieren können wir das nicht." Für die nötigen Handwerksarbeiten wäre dann aber schon mal mit lokalen Unternehmen gesorgt.

Wenn die Blaue Bude komplett steht, soll sie zu einem Projektort werden. "Es ist angedacht, dass die Schülerpersonalagentur des Kinderschutzbundes ein Projekt macht, das Gelände und Stadtteil verbindet", erklärt Janet Rauch. Hier könnten Jugendliche dann zum Beispiel hautnah erfahren, wie ein Kioskbetrieb funktioniert. "Damit ist auch das Ziel verbunden, hier einige kleine Dinge zu verkaufen - allerdings ohne kommerzielle Absicht", berichtet Janet Rauch weiter. So könnten zum Beispiel Souvenirs der Stadt Dinslaken hier durch das Kioskfenster wandern. "Wir möchten uns da auf jeden Fall mit den Betreibern des Parkwerks absprechen", erklärt das Vorstandsmitglied des Vereins Forum Lohberg. "Außerdem soll die Blaue Bude auch ein Informationspunkt für die Besucher des Bergparks werden."

Quelle: RP
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