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Dinslaken
Bühnenverein appelliert an Politik: Tragfähige Lösung fürs Theater finden

Dinslaken. "Mit großer Sorge blicke ich auf die aktuelle Debatte über die Burghofbühne Dinslaken und bitte die Mitglieder des Kreistages eindringlich, einen übereilten Beschluss zu vermeiden, der die erfolgreiche Landesbühne im Kreis Wesel in ihrem Lebensnerv treffen würde", erklärt Kay Metzger, Vorsitzender der Landesbühnengruppe im Deutschen Bühnenverein, in einem Brief an Landrat Dr. Ansgar Müller. Wie berichtet, will die Mehrheitsfraktion im Kreistag - bestehend aus CDU, Grünen sowie FDP/VWG aus der Finanzierung des Landestheaters aussteigen, um den Haushalt zu entlasten.

Kay Metzger hält diesen Weg für den falschen. "Als Landrat, als Mitglieder des Kreistages wissen Sie zu gut, was es für den Lebensnerv und für den Ruf einer Stadt und eines Kreises bedeutet, wenn ein Theater geschlossen wird. Insbesondere für das junge Publikum und für Menschen, die nicht mobil genug sind, um andernorts Theaterangebote wahrzunehmen, wäre die Schließung der Burghofbühne fatal," heißt es in dem Schreiben weiter. "Angesichts gravierender Ereignisse und Entwicklungen in der Welt, die unmittelbar Einfluss auf unser Leben nehmen, erscheint mir ein weiterer Aspekt bei der Diskussion ganz wesentlich: gerade jetzt ist es wichtig, unsere gewachsene Kultur zu leben und zu bewahren. Gerade jetzt kann das Theater identitätsstiftend wirken als wichtiger Teil der geistig-kulturellen Substanz einer Stadt, einer Region. Und das ganz unmittelbar, direkt. Die Theater verschließen sich nicht vor der Lebenswirklichkeit, sondern verleihen ihr hier in unserer demokratischen Gesellschaft eine besondere und sie auszeichnende Qualität, die es zu verteidigen gilt: uns miteinander zu bilden, anspruchsvoll zu unterhalten, gemeinsam problembezogen, aber meinungsoffen zu verständigen. Auch darum geht es, wenn über die Zukunft der Burghofbühne diskutiert wird."

Alle Beteiligten wüssten um die Finanznot des Kreises. Ab eine Einsparung des Theater-Zuschusses werde diese Probleme nicht lösen. Deshalb sollten schnelle Entscheidungen vermieden und nach einer mittelfristigen Perspektive für das Theater gesucht werden. "Bitte überdenken Sie Ihre Kürzungsabsichten", schließt Metzger. "Und nehmen Sie sich Zeit, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen, um ein tragfähiges Zukunftsmodell für die traditionsreiche Landesbühne des Kreises Wesel zu finden."

Quelle: RP
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