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Voerde
Bürgerhaus Friedrichsfeld ist jetzt 20

Voerde: Bürgerhaus Friedrichsfeld ist jetzt 20
Das Bürgerhaus Friedrichsfeld wird gerne für Familienfeiern angemietet. FOTO: Hbk
Voerde. Der langjährige Vorsitzende Karl Göllmann gab sein Amt an Sabine Krüger ab. Jubiläum mit Tag der offenen Tür gefeiert. Von Felix Weber-Frerigmann

20 Jahre alt ist das Friedrichsfelder Bürgerhaus. Gestern wurde dieses Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Karl Göllmann, lange Vorsitzender des Fördervereins Bürgerhaus Friedrichsfeld, berichtete, wie er den Stadtteil in seiner Kindheit erlebt hat. 1927 kam der heute 91-jährige mit seinen Eltern in das Siedlungsgebiet am Niederrhein, das mit dem heutigen Voerder Ortsteil nicht viel gemein hatte: "Ganz früher war hier nur Heidelandschaft, da gab es nichts. Bis die Soldaten kamen."

Ab dem 18. Jahrhundert diente die Heide zwischen Spellen und Friedrichsfeld als Truppenübungsplatz für die preußische Armee. Die Soldaten bestimmten das Leben vor Ort, es gab nur wenige Zivilisten. Nach Ende des Ersten Weltkriegs gab die Armee den Truppenübungsplatz auf, hinterließ leere Gebäude, darunter eine Vielzahl an Militärbaracken. "Lange Zeit hatte man deutsche Aussiedler darin untergebracht, bis die Baracken nach Ende des Zweiten Weltkriegs entweder zerstört waren oder abgerissen wurden", erzählte Göllmann. Neue Siedlungen wurden errichtet, der wirtschaftliche Fortschritt hielt Einzug. Zumindest eines der Gebäude als Erinnerung für die Nachwelt zu erhalten, daran dachte keiner. "Damit fehlte den Bürgern, die in einer solchen Baracke aufwuchsen, ein Stück Kindheit", sagte Göllmann.

Karl Göllmann (links) gab den Vorsitz des Fördervereins Bürgerhaus Friedrichsfeld, den er seit Gründung führte, ab. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt und will auch weiter im Verein aktiv mitwirken. FOTO: Kempken

Anlässlich seines 70. Geburtstags kam ihm und seinem Freund, dem damaligen Voerder Bürgermeister Helmut Pakulat, die Idee, an Stelle von Geschenken um Spenden für die Errichtung eines Bürgerhauses zu bitten, das den Baracken nachempfunden werden sollte: "Wir haben uns gesagt: Reicht das Geld, dann machen wir das". Es reichte, Privatpersonen und Firmen trugen mit ihrer Spende dazu bei, dass nach Gründung des Fördervereins Bürgerhaus Friedrichsfeld im August 1993 am 24. Juni 1994 der Grundstein gelegt werden konnte.

Wie das Haus aussehen sollte, das konnten Göllmann und Mitstreiter einem Plan einer Leutnantsbaracke entnehmen, der im Landesarchiv in Düsseldorf gefunden wurde. Am 6. Juli 1995 wurde das Bürgerhaus nach nur 14 Monaten Bauzeit eröffnet. Seither erfreut es sich reger Beliebtheit im Dorf.

Gestern wurde mit zahlreichen Gästen und Gratulanten das 20-jährige Jubiläum gefeiert. "Das Bürgerhaus kann für private Feierlichkeiten gemietet werden, oft finden Kommunionen, Konfirmationen oder Hochzeiten hier statt. Auch Kunstausstellungen gab es schon, die Nachfrage ist enorm", so Helmut Schwiening vom Förderverein. An jedem dritten Mittwoch im Monat treffen sich die rund 170 Mitglieder zu einem offenen, "historischen Stammtisch", gepflegt wird ein Friedrichsfelder Heimatarchiv.

Aus Altersgründen gab Karl Göllmann den Vorsitz des Fördervereins an Sabine Krüger weiter. Als Auszeichnung für seine langjährige Arbeit wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Quelle: RP
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