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Dinslaken
CDU: Wohnraum wichtiger als Pferdesport

Dinslaken. Dinslakener Christdemokraten wollen den Ausstieg der Stadt aus dem Pachtvertrag mit dem Trabrennverein prüfen lassen. Rennsport sei für immer weniger Bürger interessant. Von Ralf Kubbernuß

Dass man sich in Dinslaken Gedanken darüber macht, was aus der Trabrennbahn wird, falls der Trabrennverein einmal nicht mehr existiert, kann Dintrab-Vorstand Theo Lettgen ja noch verstehen. Doch mit einem aktuellen Antrag geht die CDU einen deutlichen Schritt weiter. Die Christdemokraten beantragen, dass die Verwaltung für die Entwicklung des städtischen Areals der Trabrennbahn die notwendigen planungsrechtlichen Verfahren einleitet, um die Fläche einer Wohnbaunutzung zuzuführen.

Dazu soll die Verwaltung unter anderem prüfen, unter welchen Bedingungen das Pachtverhältnis mit dem Trabrennverein aufgelöst werden kann. "Die Verwaltung soll die möglichen zeitlichen Rahmen für die Entwicklung der Fläche aufzeigen und die grundlegenden inhaltlichen Rahmenbedingungen für eine Wohnbaunutzung erarbeiten", fordert die CDU.

Dintrab-Vorstand Theo Lettgen wundert der Vorstoß nicht. Immer wieder attackiere man den Trabrennverein und verhalte sich so, als würden am Bärenkamp gar keine Rennen mehr stattfinden. "Dabei haben wir in diesem Jahr insgesamt 18 Renntage. In Düsseldorf kommen sie gerade noch auf sechs oder sieben und da spricht auch keiner davon, die Rennbahn zu schließen", sagt Lettgen. Darüber hinaus sehe er den CDU-Antrag "gelassen". Er habe einen gültigen Pachtvertrag bis zum Jahr 2035 und Optionen auf einseitige Verlängerungen um weitere zehn Jahre - selbst wenn die Stadt dies nicht will. Und: Er komme seinen Verpflichtungen nach, lasse sich nichts zu Schulden kommen.

Dass die CDU nicht warten will, bis der Trabrennsport wirtschaftlich am Ende ist oder der Pachtvertrag ausläuft, begründet sie mit dem Bedarf nach Wohnraum in Dinslaken. Die Trabrennbahn werde bereits jetzt für viele andere Nutzungen als den Trabrennsport genutzt, der eh für immer weniger Bürger interessant sei.

Die Fläche zeichnet sich durch ihre innenstadtnahe Lage und ihre gute Anbindung an Infrastruktureinrichtungen aus. "Auch wenn der Trabrennsport viele Jahre ein Aushängeschild der Stadt war, so erscheint der CDU-Fraktion die Bereitstellung von kostengünstigem Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung eine wesentliche gesellschaftliche und politische Aufgabe zu sein", heißt es in dem Antrag der CDU. Da sich das Gelände im Besitz der Stadt befinde, habe man hier die Möglichkeit, "dass bei der Entwicklung der Fläche der Anteil sozial geförderter Wohnanteile auf ein verbindliches Maß festgeschrieben werden kann", so die CDU. Damit würde die Stadt ihr Bestreben nach der gezielten Entwicklung von geförderten Wohnraumanteilen bekräftigen und die grundsätzliche Festschreibung eines Anteils an Sozialwohnungen bei künftigen Entwicklungsvorhaben begründet darstellen können, so die CDU. Bleibt abzuwarten, wie sich die anderen Fraktionen zu dem CDU-Vorstoß positionieren.

Quelle: RP
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