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Dinslaken
Das Rad nicht neu erfinden

Dinslaken. Die Stadt Dinslaken nimmt nun die Hilfe von Call Duisburg bei der neuen Servicenummer 115 in Anspruch. Durch die interkommunale Kooperation erhoffen sich beide Seiten Kosteneinsparungen und mehr Arbeitsressourcen. Von Stefan Ossenberg

Dinslaken/duisburg "Das hat Vorbildcharakter für Nordrhein-Westfalen", war das Urteil von Staatssekretär Karl-Peter Brendel aus dem nordrhein-westfälischen Innenministerium, nachdem er sich gestern selbst einen Eindruck von der Arbeit bei Call Duisburg gemacht hatte.

Denn ab sofort übernimmt das städtische Service-Center neben seinen normalen Aufgaben auch die 115-Anrufe aus der Stadt Dinslaken. 115-Anrufe? 110 ist die Notrufnummer der Polizei. Wer die 112 wählt, landet in der Einsatzleitstelle der Feuerwehr und 115 ist die Rufnummer für alle Fragen an Behörden. Diesen Dienst gibt es in Duisburg seit einem Jahr. Call Duisburg unter anderer Rufnummer schon seit 2001. Im März des vergangenen Jahres ging Duisburg gemeinsam mit einigen ausgewählten Städten in Deutschland als Pilotstadt für die neue Rufnummer 115 ans Netz.

Egal welche Probleme der Bürger hat, ob er Sperrmüll-Abholtermine vereinbaren, seinen Personalausweis verlängern will, oder aber einfach nur eine Frage hat – bei Call Duisburg helfen sachkundige Mitarbeiter an der Hotline.

Kein Weiterverbinden

Kein nerviges Weiterverbinden, wenn der zuständige Sachbearbeiter gerade nicht an seinem Platz ist. Die Mitarbeiter von Call Duisburg haben auf nahezu alle Fragen eine Antwort. Und nicht nur das: Sie reservieren beispielsweise auch Hotelzimmer, verschicken Eintrittskarten, verkaufen Feinstaubplaketten und nehmen Beschwerden oder Anregungen entgegen. Somit bleibt den Sachbearbeitern der Städte Duisburg und Dinslaken mehr Zeit, um ihre Aufgaben zu erfüllen, da sie nicht ständig aus ihren Arbeitsprozessen herausgerissen werden. Ein "großes Plus", findet nicht nur Staatssekretär Brendel.

"Eine solche Kooperation öffnet Türen für noch weitere interkommunale Kooperationen. Das schafft Einsparpotenziale", so der Staatssekretär. "Hier kommt es, so wie es selten der Fall ist, zu einer Qualitätsverbesserung. Und das für weniger ausgegebenes Geld." Call-Duisburg-Projektleiter Norbert Brandstädter hatte gestern einige Zahlen aus der Praxis parat, die das verdeutlichen. Seitdem das Call-Center arbeitet, habe es rund 140 000 Anrufe weniger in den einzelnen Duisburger Bezirksämtern gegeben, die Beantwortungsquote für eingehende Anrufe liege bei 90 Prozent. Mit ein Grund für die Verantwortlichen der Stadt Dinslaken, die Dienste des Centers in Anspruch zu nehmen und zu kooperieren, wie Bernd Schroer, Leiter des Haupt- und Personalamtes Dinslaken gestern berichtete.

Wissen nutztn

"Bevor wir selbst das Rad neu erfinden, nutzen wir lieber das vorhandene Wissen in Duisburg." Nach sechs Monaten sollen die Ergebnisse der Kooperation ausgewertet werden, hieß es während des gestrigen Pressesgespräches.

Die Verantwortlichen sind guter Hoffnung, die Kooperation danach weiter fortzusetzen.

Quelle: RP
 
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