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Dinslaken
Das Sankt-Vinzenz-Krankenhaus erhält neue Notstromanlage

Dinslaken. Für die Anlieferung und Installation der tonnenschweren Teile per Autokran musste die Dr.-Otto-Seidel-Straße gesperrt werden.

Langsam dreht sich der Autokran mit der tonnenschweren Betonhülle am Seil zwischen den Bäumen hindurch in Richtung des Küchentraktes am Sankt-Vinzenz-Hospital. Dann setzt er das 8,50 mal 4 Meter große Teil vorsichtig und zentimetergenau auf den vorgesehen Standort zwischen dem Gebäude und dem Bürgersteig. Passanten bleiben stehen und schauen staunend zu: Viel Platz ist nicht auf der Dr. Otto-Seidel-Straße, die für die Installation des neuen Notstromaggregats für das Krankenhaus gesperrt worden ist. Millimeterarbeit für das Team vor Ort.

Architekt Björn Füchtenkord beobachtet die Montage der insgesamt 80 Tonnen schweren Anlage, die in drei Teilen an ihren Standort gehievt wird, gespannt. "Die Einbausituation könnte komfortabler sein", meint er. Ein Jahr lang hat er an der Vorbereitung für den gestrigen Tag gearbeitet, verschiedene Standorte für das Stromaggregat geprüft. Nun muss alles passen.

Bereits seit der Nacht ist der Bereich vor dem Vinzenz abgesperrt, damit die Schwertransporter mit ihrer wertvollen Fracht - das Hospital investiert 500. 000 Euro für die Anlage - Platz finden. In den Morgenstunden wird dann zunächst die Betonhülle an ihren Platz gestellt, anschließend hebt der Kran das Kernstück der Anlage vom Lkw: Ein vier Tonnen schweres Stromaggregat, das 800 Kilovoltampere (kVA) Leistung liefert. Damit, so erklärt Ingenieur Reinhold Kleideiter, könne man an die 150 Haushalte versorgen. Im Falle eines Stromausfalls wird die Netzersatzanlage die wichtigen Bereiche des Krankenhauses mit Energie beliefern. Dafür besitzt sie einen großen Motor, der mit Heizöl betrieben wird.

Die gut 20 Jahre alte Notstromversorgung im Keller des Vinzenz-Hospitals ist an ihre Leistungsgrenze gestoßen und entspricht nicht mehr den Anforderungen, erklärt Füchtenkord. Denn das Krankenhaus ist in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Da die neue Anlage größer ist, musste ein anderer Standort gefunden werden. Auf dem neuen Areal ist der Platz knapp, daher wurde die Anlage extra passgenau gebaut. Als letztes Teil erreicht schließlich das Dach der Betonhülle ebenfalls per Autokran seinen Platz. Die Betonhülle ist aus Schallschutzgründen notwendig, so Füchtenkord. Sogar ein Schallschutzgutachten ist erstellt worden. "Jetzt ist alles auf dem neuesten Stand". Etwa vier Wochen wird es allerdings noch dauern, bis die Installation komplett abgeschlossen ist.

(rme)
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