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Dinslaken
Das Trinkwasser ist wieder keimfrei

Dinslaken: Das Trinkwasser ist wieder keimfrei
Die Qualität des Dinslakener Trinkwassers war in den vergangenen Monaten immer unbedenklich, jetzt riecht es auch wieder frisch. Es muss nicht mehr mit Chlor desinfiziert werden. FOTO: dpa
Dinslaken. Nach Absprache mit dem Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises Wesel dürfen die Dinslakener Stadtwerke wieder dauerhaft auf die Beimischung von Chlordioxid verzichten. Mückenlarven für Verunreinigung verantwortlich. Von Jörg Werner

Für empfindliche Nasen war es ein Ärgernis. Das Wasser, das aus den Hähnen in Dinslakens Wohnungen floss, roch unangenehm nach Chlor. So mancher in Dinslaken wird deswegen, wenn er jetzt morgens den Wasserhahn im Bad aufgedreht hat, eingeatmet und dann zufrieden aufgeatmet haben. Der Geruch ist weg. Die Stadtwerke Dinslaken haben gestern bekanntgegeben, dass sie die zwar unbedenkliche, aber bemerkbare Beimischung von Chlordioxid zum Trinkwasser wieder einstellen konnten.

Seit Anfang Juni war der unangenehme Geruch zu spüren. Damals hatten die Stadtwerke bei Routineproben vereinzelt Keime im Dinslakener Trinkwasser gefunden. Offenbar, so die Annahme, waren sie nach dem Starkregen im Mai ins Wasser geschwemmt worden. Seither hat das Versorgungsunternehmen auf Anordnung des zuständigen Fachbereich Gesundheitswesen des Kreises Wesel das Wasser, das im Wasserwerk in Löhnen aufbereitet wird, präventiv mit Chlor desinfiziert.

Die Beigabe erfolgte zwar in einer geringen Dosierung, ist allerdings von vielen Bürgern dennoch als unangenehm empfunden worden, obwohl sie, wie die Stadtwerke immer betont haben, weder die Qualität des Wassers beeinträchtig noch irgendwelche Auswirkungen auf die Gesundheit der Konsumenten gehabt habe. Nun hat die Aufsichtsbehörde ihre Anordnung wieder aufgehoben, da in mehreren aufeinanderfolgenden Untersuchungen keinerlei Belastungen mehr festgestellt wurden.

Diesem Ergebnis ist laut Mitteilung der Stadtwerke eine intensive und aufwendige Ursachenerforschung und Sanierungen vorausgegangen. In den vergangenen Monaten wurden das Rohrnetz, das Wasserwerk und ein Teil der Brunnenanlagen im Trinkwassergewinnungsgebiet Löhnen eingehend untersucht, um die Stelle zu finden, an der Keime in das System eindringen konnten. Mit den Untersuchungen beauftragt war die Firma Consul-aqua aus Hildesheim und deren Experten sind an einer Verschlussklappe am Ende des Überlaufes der Reinwasserkammern im Wasserwerk Löhnen fündig geworden. Hier haben sie Mückenlarven entdeckt, die wohl Ursache der wenigen nachgewiesenen coliformen Bakterien waren. Seit die Armatur - es handelt sich um eine Sonderanfertigung - ausgetauscht werden konnte, blieben die Trinkwasserproben keimfrei. Nach Absprache mit dem Fachdienst Gesundheitswesen dürfen die Stadtwerke deswegen nun wieder dauerhaft auf die Beimischung von Chlordioxid zum Trinkwasser verzichten.

Das Versorgungsunternehmen bleibt dennoch wachsam. Bei den noch nicht eingehend untersuchten Brunnen laufen die präventiven Untersuchungen weiter. Es werden nacheinander die Pumpen sämtlicher Brunnen gezogen und die Brunnenrohre mit einer Kamera befahren. Auf diese Weise wird die Dichtigkeit der Rohrverbindungen überprüft. Darüber hinaus wird jeder Brunnen einer geophysikalischen Ausbaukontrolle unterzogen. Mit Hilfe von Sonden kann der Zustand der hydraulischen Sperren im Brunnenausbau überprüft werden. So lassen sich etwaige Verbindungen zwischen dem Niederschlagswasser an der Oberfläche und dem Grundwasser im Förderhorizont oder dem Brunnen nachweisen. Es bestehe aktuell jedoch kein Grund, die Desinfektionsanlage weiterhin in Betrieb zu halten.

Quelle: RP
 
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