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Dinslaken
Das Trinkwasser muss weiter gechlort werden

Dinslaken. Die Ursache, weshalb Umweltkeime ins Dinslakener Wasser gelangen, ist noch nicht geklärt. Deshalb wird weiter präventiv desinfiziert. Von Heinz Schild

Das Dinslakener Trinkwasser, gefördert und aufbereitet im Wasserwerk Löhnen, wird auch weiterhin gechlort. Die Behandlung mit Chlordioxid geschieht auf Anordnung des Kreisgesundheitsamtes, weil bei Proben Umweltkeime, die Stadtwerke sprechen von einer "geringen Anzahl", im Trinkwasser nachgewiesen wurden. Bislang konnte noch nicht herausgefunden werden, wie die Keime ins Wasser gelangen, wie Wolfgang Kammann, Pressesprecher der Stadtwerke Dinslaken, gestern auf Anfrage erklärte. Das Problem mit den Keimen beschäftigt das Versorgungsunternehmen seit Anfang Juni. Man ging davon aus, dass die damaligen Starkregen für das Auftreten der Keime verantwortlich waren. Seither wird das Wasser präventiv desinfiziert.

In den zurückliegenden Wochen haben die Stadtwerke in Abstimmung mit dem Kreis Wesel und Experten des IWW Mülheim (ein Zentrum für Fragen der Wassernutzung), Konzepte erarbeitet, um herauszufinden, wie und wo die Keime ins Trinkwasser gelangen. Das Verteilnetz wurde untersucht, zusätzlich wurden an verschiedenen Stellen der Transportleitung zwischen dem Wasserwerk in Löhnen und Dinslaken Proben entnommen und untersucht. Die untersuchten Wassermengen wurden auf das Fünffache des Normalen erhöht. Zusätzlich wurden weitere Proben aus den verschiedenen Aufbereitungsstufen des Wasserwerks analysiert. Leitungsbereiche mit geringer Durchströmung wurden ausgiebig gespült. Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen gehen die Stadtwerke nun davon aus, dass die Umweltkeime über die Brunnen der Wassergewinnung eindringen. Eine Untersuchung durch die Firma Consulaqua Hildesheim, zu deren Arbeitsschwerpunkten die Wasserversorgung gehört, ist in Auftrag gegeben worden.

Die Stadtwerke werden alle Brunnen kontrollieren, die Pumpen entfernen, die Anlagen mit einer Kamera befahren und die Dichtigkeit der Rohrverbindungen überprüfen. Der Zustand der hydraulischen Sperren in den Brunnen wird mit Sonden überprüft. "Verbindungen zwischen dem Niederschlagswasser an der Oberfläche und dem Grundwasser im Förderhorizont oder dem Brunnen lassen sich, sofern es sie gibt, so nachweisen", so die Stadtwerke in einer Pressemitteilung. Das wird mehrere Wochen dauern. Nach Aussage von Kammann beeinträchtigt die geringe Dosierung von 0,1 Milligramm (mg) Chlordioxid pro Liter Trinkwasser dessen Qualität nicht und habe keine gesundheitlichen Auswirkungen auf Konsumenten. "Das Trinkwasser kann auf jeden Fall nach wie vor unbedenklich genossen werden", so die Stadtwerke. Das Dinslakener Unternehmen verweist zudem darauf, dass die zugeführte Menge Chlordioxid unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung von 0,2 mg liege.

Quelle: RP
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