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Voerde
"Dass Auschwitz sich nicht wiederhole"

Voerde: "Dass Auschwitz sich nicht wiederhole"
Das Stammlager in Auschwitz FOTO: GV
Voerde. Projektkurs "Gegen das Vergessen" am Gymnasium Voerde präsentiert seine Eindrücke aus den Konzentrationslagern.

Am Montag, 6. Juni findet in der Aula des Gymnasiums Voerde die Präsentation des Projektkurses "Gegen das Vergessen" statt. Die Schülerinnen und Schüler verarbeiten in einem anspruchsvollen Programm ihre Eindrücke aus den Konzentrationslagern Auschwitz I und II.

Eine Woche in Auschwitz leben? Dem Ort, namensgleich mit dem ehemaligen Vernichtungslager, in dem hunderttausende Menschen getötet wurden. Ist das möglich, kann man das ertragen? Der Projektkurs "Gegen das Vergessen" am Gymnasium Voerde hat die Gedenkstätte Auschwitz als Ziel gewählt, um sich mit der Erinnerung an die Vergangenheit auseinander zu setzen.

22 Schülerinnen und Schüler in Begleitung von drei Lehrern haben eine Woche in der Jugendbegegnungsstätte in polnischen Oswiecim (Auschwitz) verbracht. Inhalt der Fahrt war eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des sogenannten "Stammlagers", ein Erinnern an die Opfer, und ein Versuch zu verstehen. Schwer vorstellbar, aber die Stadt Auschwitz grenzt tatsächlich unmittelbar an das ehemalige KZ, das heute ein vielbesuchtes Museum ist - mehr als 1,5 Millionen Menschen kamen im Jahr 2015.

Das Programm der Schülergruppe bestand aus Besuchen der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Museums-Ausstellungen, die die Geschichte der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, den Alltag und die Vernichtungsmaschinerie dokumentieren, verdeutlichen das Leiden der unzähligen Opfer und die Brutalität der Verfolgung.

Viele Fotos vertieften die Eindrücke, zeigten Menschen, die nicht überleben konnten. Dokumente sowie die persönlichen Gegenstände, die bei dem Eintreffen im Lager abgegeben werden mussten, geben den Opfern ein Gesicht. Sie ermöglichen ein Einfühlen in das Leiden der Verfolgten. Beeindruckt von der Weitläufigkeit des Lagers Birkenau, zusammen mit den noch wenigen Aufenthaltsbaracken, die im damaligen Zustand restauriert wurden, wurde Geschichte lebendig. Die Erinnerung an diese Vergangenheit wach zu halten, war nach diesem Besuch ein Anliegen aller Schüler. Aufmerksame Zuhörer hatte das Zeitzeugengespräch mit einem der noch wenigen der Überlebenden von Auschwitz Vaclav Dlugoborski, das, so die Schüler, eine besonders bedeutsame Erfahrung für sie war.

Neben dem Besuch des Museums Auschwitz-Birkenau gehörten das Kennenlernen der jüdischen Geschichte der Stadt, Workshops zu Kinderschicksalen und Fotos aus der Perspektive der Opfer und Täter zum Programm.

Geschichte wurde zu einem Bild der Erinnerung und zu einem lebendigen Einblick in das Geschehene. Sich zu erinnern und aus der Erinnerung zu lernen, ist jetzt mehr als ein Auftrag, sondern wird verbunden mit bleibenden Bildern und Eindrücken ein Ziel.

Mit dem Wunsch, das Erlebte weiter zu geben, kehren die Schüler zurück. Auschwitz hat für jeden Teilnehmer "ein Gesicht" bekommen. Eine Zeit in der Nähe der Gedenkstätte Auschwitz zu wohnen, hat den Gymnasiasten neben subjektivem Erleben neues Wissen und Austausch über das Geschehene ermöglicht.

Die Eindrücke, die die Schülerinnen und Schüler in Auschwitz gesammelt haben, präsentieren sie der Öffentlichkeit am Montag, 6. Juni, Beginn 19 Uhr, in der Aula des Gymnasiums Voerde. Die Zuschauer erwartet die szenische Darstellung einer Schulstunde mit einem Informationsteil über das Lager Auschwitz sowie viele persönliche Eindrücke der Schülerinnen und Schüler.

Quelle: RP
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