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Dinslaken
Dem Leben trotz Krebs einen Sinn geben

Dinslaken: Dem Leben trotz Krebs einen Sinn geben
Psycho-Onkologin Alexandra Becker zu ihrer Arbeit, zu Krebserkrankungen und der Psychotherapie im Allgemeinen. FOTO: Heinz Kunkel
Dinslaken. Psycho-Onkologin Alexandra Becker hilft Patienten, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen. Und manchmal kann es sogar die Chance zu einem neuen Leben sein. Von Birgit Gargitter

Als wäre die Diagnose Krebs nicht schon schlimm genug, fühlen sich die meisten Patienten allein gelassen mit all ihren Ängsten, den vielen Fragen, die sie sich selbst oft nicht beantworten können. "Viele Patienten haben das Gefühl, dass ihnen die Entscheidungen abgenommen werden", sagt Psychoonkologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie Alexandra Becker. Und meint damit die lange Liste an Aktivitäten, die ihnen ihr Arzt verordnet - Tabletteneinnahme, Chemotherapie, Operationen - all das ist sicherlich überlebensnotwendig, aber zugleich ein neuer Stress, der zur Diagnose Krebs hinzukommt.

Allzu oft wird dem Erkrankten keine Zeit gelassen, sich selber zu entscheiden, wann er was macht. Denn auch die Angehörigen sind in diesem Fall keine Hilfe, weiß Alexandra Becker zu berichten. "Angehörige wollen, dass es dem Erkrankten so bald wie möglich besser geht, er geheilt wird." Und es gibt ja Krebsarten, die tatsächlich heilbar sind. Dennoch, Patienten mit Krebsdiagnose sehen erst einmal ihr ganzes Leben infrage gestellt. Das könne durchaus auch eine Chance sein, ist sich Becker sicher, denn vielen Patienten würde erst im Laufe der Krebsbehandlung bewusst, was alles in ihrem Leben nicht so läuft, wie sie es sich einst erträumt haben.

"Als Psychoonkologin helfe ich Patienten dabei, ihr Leben neu zu sortieren, andere Wege einzuschlagen", berichtet Alexandra Becker. Da stellt ein Workaholic vielleicht sein Leben um und setzt sich andere Prioritäten als die Arbeit. Ein Anderer geht erst einmal auf Reisen, "das versteht oft niemand, doch für den Betroffenen ist es wichtig, vor allem aber das Gefühl zu haben, selber entscheiden zu dürfen, wie, wann und ob er sich behandeln lässt". Das sei durchaus wichtig für den weiteren Verlauf der Erkrankung. So sei es die Aufgabe des Psychoonkologen, die Selbstheilungskräfte des Erkrankten zu mobilisieren, den Stress abzubauen, die Psyche des Menschen wieder herzustellen, ihn zu beraten bei der Ernährung und ihn unterstützen im Kampf gegen den Krebs. Doch nicht immer ist der Krebs heilbar, weiß auch die Psychoonkologin. "Manchmal hören die Patienten von ihrem Arzt, sie hätten nur noch Monate zu leben. Hier heißt es, die Hoffnungslosigkeit zu mildern, dem Leben dennoch einen Sinn zu geben, und immer wieder passiert es, dass Patienten den Krebs dennoch besiegen oder zumindest ihre Lebenszeit verlängern."

Es wäre schön, so Becker, wenn schon in den jeweiligen Praxen Psychoonkologen zur Stelle seien, die sofort ihre Unterstützung anbieten können. "Viele Patienten wissen nicht, dass es uns gibt", sagt Becker. Dabei hätten Forschungen bestätigt, dass Patienten mit psychoonkologischer Unterstützung weitaus schnellere und bessere Behandlungserfolge erzielten. Ein weiteres Manko - die Therapie werde in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Alexandra Becker ist zugelassene Heilpraktikerin für Psychotherapie mit der Zusatzausbildung zur Psychoonkologin. Zu erreichen ist sie in ihrer Praxis im Ledigenheim an der Steigerstraße 13, Telefon 02064/4563853, oder mobil unter s 01575/4362235. Infos: www.becker-alexandra.de

Quelle: RP
 
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