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Voerde
Demenzerkrankte leben in ihrer eigenen Wirklichkeit

Voerde. Pastorin und Heilpädagogin Yasmin Geppert sprach bei den Freunden der Evangelischen Kirche Möllen.

In der Veranstaltungsreihe über Demenz hatten die Freunde der Evangelischen Kirche Möllen zu einem Gesprächsabend in den Gemeindesaal der Kirche eingeladen. Referentin war Pastorin und Heilpädagogin Yasmin Geppert. An diesem Abend ging es um den Umgang mit Menschen mit Demenz sowie um Hilfen und Unterstützung für pflegende Angehörige.

Den Teilnehmern wurde verdeutlicht, dass die Begleitenden und Angehörigen die Demenz als unumkehrbare Erkrankung akzeptieren, an der der Erkrankte keine Schuld hat. Sie sollten verstehen, dass die Erkrankten zunehmend in einer anderen Wirklichkeit leben, aus der sie von sich aus keine Möglichkeit mehr haben, in unsere Wirklichkeit zurückzukehren. Eine Demenzerkrankung stellt nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Angehörigen auf eine harte Probe. Zum einen sei da der Schock über die Diagnose, zum anderen die Trauer. Hinzu komme, dass der Umgang mit Demenzkranken nicht einfach sei, denn mit der Zeit veränderten sich deren Verhalten und Persönlichkeit.

Um in dieser schwierigen Situation bestehen zu können und nicht selbst physisch oder psychisch zu erkranken, benötigten die Angehörigen Unterstützung von außen, die sie auch in Anspruch nehmen sollten. Wichtig für pflegende Angehörige eines Demenzerkrankten sei es, mit ihren Kräften hauszuhalten, Kontakte zu Freunden und Bekannten aufrecht zu erhalten und sich neben ihrer Rolle als Pflegende Zeit für ihr eigenes Leben zu nehmen.

Hingewiesen wurde auf Unterstützungsmöglichkeiten, wie professionelle oder ehrenamtliche Angebote, Broschüren, Sachbücher, Angehörigengruppen und Kurse. Es gibt den häuslichen Unterstützungsdienst, Ambulante Pflegedienste, Pflegeeinrichtungen und Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Hilfreich und stärkend seien Gesprächskreise für pflegende Angehörige.

Im Gemeindehaus an der Erlöserkirche in Dinslaken, Weißenburgstraße, befindet sich das "Café Vergißmeinnicht", eine Einrichtung für Menschen mit Demenzerkrankungen, in der Fachkräfte und qualifizierten Ehrenamtliche tätig sind. Die Demenzerkrankten erleben dort Freude, Abwechselung und Entspannung. Außerdem dient die Betreuung der Entlastung der pflegenden Angehörigen. Das "Café Vergißmeinnicht" ist jeden dritten Mittwoch im Monat von 14.30 bis 17.30 Uhr sowie jeden ersten Donnerstag im Monat von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Während das Café geöffnet ist, werden eine Demenzsprechstunde zur Einzelberatung und ein Gesprächskreis für pflegende Angehörige angeboten. Kontakt: Anita Cyris, Telefon: 02064 414532.

Quelle: RP
 
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