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Voerde
Den Älteren eine Stimme geben

Voerde: Den Älteren eine Stimme geben
FOTO: Gerd Hermann
Voerde. Vor 25 Jahren wurde in Voerde ein Beirat gebildet, der sich um die Belange von Senioren kümmert. Von Petra Keßler

Die Schriftgröße auf Fahrplänen, die Grünphasen an Ampelanlagen - was in jüngeren Jahren noch nicht ins Gewicht fallen mag, kann für ältere Menschen zu einem echten Problem werden, wenn es irgendwann mit dem Hören, Sehen und Laufen nicht mehr so gut funktioniert wie früher. Ihren besonderen Belangen nimmt sich seit mittlerweile 25 Jahren der Seniorenbeirat der Stadt Voerde an.

Der Seniorenbeirat soll die Interessen Älterer in der Öffentlichkeit, gegenüber Institutionen und Behörden vertreten, die mit deren Angelegenheiten befasst sind. Auch ist es die Aufgabe des Gremiums, bei der städtischen Planung und der Durchführung von Maßnahmen und Programmen für Senioren mitzuwirken und deren Interessen gegenüber dem Stadtrat und der Verwaltung durch Anträge, Anregungen, Anfragen, Empfehlungen und Stellungnahmen wahrzunehmen. Das Gremium, das vor einem Jahr neu gewählt wurde - seine Amtszeit ist deckungsgleich mit der des Stadtrates - ist denn auch in diversen Fachausschüssen als beratendes Mitglied vertreten. Es gehe darum, sich in einen älteren Menschen hinein zu versetzen, der nicht mehr so gut sehe, nicht mehr so gut höre und nicht mehr so schnell unterwegs sei, erklärt Renate Gerritz, Vorsitzende des Seniorenbeirates. Aus ihrer Sicht stellt sich für Ältere die Querungssituation am E-Center an der Friedrichsfelder Straße als schwierig dar, weshalb er sich das Thema auf die Agenda geschrieben und mit seiner Forderung nach einem Zebrastreifen auf den Tisch gebracht hat.

Vorsitzende Renate Gerritz argumentiert damit, dass Autos zügig in den dortigen Kreisverkehr hinein und wieder hinaus fahren würden, Menschen mit Rollator aber die Straße nicht so schnell überqueren könnten. Ein Zebrastreifen, den es in Voerde seit Jahren schon an keiner Stelle mehr gibt, werde dazu führen, dass "der Autofahrer halten muss", sagt Renate Gerritz.

Der Seniorenbeirat greift Hinweise und Anregungen älterer Bürger auf. Da spielt etwa auch der öffentliche Personennahverkehr eine Rolle: Da werden schlechte Busverbindungen für die Rheindörfer beklagt oder zu hoch hängende Fahrpläne mit zu kleiner Schrift. Überhaupt sieht die Interessenvertretung der Älteren in Voerde den Servive der Nahverkehrs-Anbieter eher auf Jüngere ausgerichtet, weil bei Informationen inzwischen vieles über die neuen Medien laufe.

Auch über die Situation an den beiden Bahnhöfen in Voerde und Friedrichsfeld hat der Seniorenbeirat unlängst diskutiert und die Initialzündung für eine Befragung im Internet gegeben, die zwei Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Betuwe - so nicht!" konzipiert und realisiert haben. Darunter Martin Mügge, erster stellvertretender Vorsitzender der Voerder Seniorenvertretung. "Wir wollen keine Luftschlösser bauen, wir wollen nur für die Realität die Augen öffnen", beschreibt er das Anliegen des Beirates.

Als in diesem Jahr im Rahmen erneuter Spardiskussionen auch eine mögliche Schließung des Bürgerbüros in Friedrichsfeld auf den Tisch kam, schaltete sich das Gremium ein, protestierte dagegen, setzte ein Schreiben auf, wie Renate Gerritz berichtet. "Die Friedrichsfelder können nicht für jede Passverlängerung nach Voerde fahren." Nun ist es so, dass die Anlaufstelle der Stadt an den Markttagen mittwochs und samstags öffnet.

Der 13-köpfige Seniorenbeirat, möchte den Menschen künftig einmal im Monat eine Sprechstunde anbieten. Dort sollen sie ihre Sorgen und Nöte anonym loswerden können und Hinweise bekommen, an wen sie sich mit ihrem Anliegen wenden können. Einen Starttermin gibt es noch nicht.

Quelle: RP
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