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Den Schimanski seine Ahnen

Dinslaken. Die "Blaue Bude" an der Hünxer Straße in Lohberg wird rot-weiß: Beim "Markt der Kulturen am Samstag, 15. Oktober, steht alles im Zeichen der polnischen Nationalfarben.

Erstmals lädt das Forum Lohberg ein zu einem kulturellen Buden-Event - Auftakt zu einer Veranstaltungsserie, die künftig regelmäßig Kultur und Heimat am ehemaligen Zechen-Kiosk präsentieren soll.

Für die Premiere am 15. Oktober ausgerechnet Polen als Thema auszurufen, passt wie die Pommes zur Currywurst. Lange bevor die Gastarbeiter aus der Türkei kamen, waren es Ende des 19. Jahrhunderts vor allem Zuwanderer aus Polen, die in das Ruhrgebiet zogen. Vor Beginn des Ersten Weltkriegs lebten im Ruhrgebiet etwa 350.000 (ethnische) Polen, die rund 150.000 Masuren nicht mit eingerechnet.

Für die Integration spielten die großen Zechenkolonien eine wichtige Rolle. Hier waren die Mieten niedrig, die Familie konnte einen Garten bestellen und Kleinvieh halten. Namen wie Schimanski, Pawlowski oder Kaczmarek gehören seitdem zum Ruhrgebiet wie Kohle und Stahl, Begriffe wie Mottek (Hammer) oder Redewendungen wie "Mein lieber Kokoschinski" sind Teil der ruhrdeutschen Sprache. Der Kulturmarkt in Lohberg verbindet nun polnische Wurzeln mit der Gegenwart des Ruhrgebiets. Das Angebot ist mindestens ebenso vielfältig: Für das Kulturprogramm ist unter anderem die deutsch-polnische Band "Communa" vorgesehen, die Dichterin Asia Morowski hält eine zweisprachige Lesung. Der Künstler und Grafiker Czeslaw Fojcik stellt Zeichnungen vor und wird mit Jugendlichen ein Gruppenbild erarbeiten.

Beim Catering gibt es eine Einführung in die polnische Küche, die einem durch die Ruhrgebietsküche vertrauter ist als geahnt. Auf den Teller kommen unter anderem Gerichte wie Bigosch, Krakauer oder Piroggen. Dazu wird frisches Zywiec gezapft, polnisches Bier. Dass alles echt polnisch ist, dafür steht im Übrigen der Name eines Mitveranstalters: Den Markt der Kulturen hat das Forum Lohberg zusammen mit dem "Gdanska" organisiert, einem Restaurant aus Oberhausen, das seit dem Jahr 2000 ein Sammelbecken für polnische Künstler und Entertainer bildet. In diesem Sinne: "Na zdrowie!"

Der Markt der Kulturen ist am Samstag, 15. Oktober von 15 bis 20 Uhr in der "Blaue Bude" an der Hünxer Straße in Lohberg, Höhe Steigerstraße zu erleben. Eröffnen wird ihn Dr. Jarcek Barski von Porta Polonica, Dokumentationsstelle zur Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland. Im Musikzelt werden drei Bands zu hören sein:

Communa aus Polen und dem Ruhrgebiet mit Blues- und Rockmusik. Die vier erfahrenen Musiker spielen bereits seit 2008 zusammen. Ihr Repertoire umfasst neben Eigenkompositionen auch Coverversionen von Großmeistern wie Pink Floyd, Eric Clapton und weiteren Klassikern des Blues und Rock. Besetzung: Christoph Wrobel, Gesang und Gitarre; Christoph Weihsmann, Gitarre; Josef Pietrasz, Bass; Eugen Hanusek, Schlagzeug.

Manukai, Singer- und Songwriter. Schlicht, sanft und handgemacht - so ist Manukais Musik. Mit Blümchenmuster und so schön wie ein altes Sofa, das durch keine Tür passen will. In ihrem Programm spielen sie neben eigenem Material auch eigenwillige Arrangements ihrer Lieblingspoeten Rio Reiser, Selig und Tempeau. Besetzung: Manuela Kaiser, Gesang/Keyboard; Markus Kaiser, Gitarre/Gesang.

Ankerkette, energievoller Deutschrock aus dem Ruhrgebiet. Das Oberhausener Quintett holte nach nur dreimonatigem Bestehen den Publikumspreis des "Best of Unsigned"-Wettbewerbs, der gleich mehrere Festivalauftritte (Esel Rock, Olgas Rock, Pfarrfestival Essen) nach sich zog. 2017 soll das Debüt-Album erscheinen, den Titel "Rosa Nebel" gibt es bereits bei Youtube vorab. Besetzung: Anna, Gesang, Alex P., Gitarre; Alex D., Gitarre; Yunus, Bass; Christoph Jordan, Schlagzeug.

Quelle: RP
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