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Heimat erleben in Dinslaken
Der Klang der Dinslakener Heimat

Heimat erleben in Dinslaken: Der Klang der Dinslakener Heimat
Mit seiner Gitarre hat Friedhelm Dickmann den Sound seiner Heimatstadt weit über den Niederrhein hinaus getragen. FOTO: Martin Büttner
Dinslaken. Wenn man sich auf die Suche nach einem Heimatlied aus Dinslaken begibt, führt kein Weg an Friedhelm Dickmann vorbei. Der Ehrenvorsitzende des MGV "Liederkranz" Barmingholten hat der Stadt mehrere Lieder gewidmet. Von Florian Langhoff

Man schrieb das Jahr 1973, und in Dinslaken feierte man das 700-jährige Bestehen der Stadt. Zu diesem Anlass erschien eine besondere Schallplatte, auf der Friedhelm Dickmann und sein Gesangspartner Horst Schepmann das Lied "Dinslaken du Stadt im Grünen" aufgenommen hatten. "Das war der absolute Renner zum Stadtjubiläum", erinnert sich Friedhelm Dickmann, mittlerweile 76 Jahre alt. "Es war schon etwas Außergewöhnliches, dass jemand aus Dinslaken eine Schallplatte aufgenommen hatte - und dazu noch mit einem Heimatlied", erklärt er.

Eigentlich war er damals eher für seine musikalischen Parodien bekannt: Wann immer in der Stadt etwas nicht ganz rund lief, griff Friedhelm Dickmann das Thema auf und setzte es, humoristisch ausgeschmückt, in Liedform um. Die musikalische Ode an die Heimat allerdings erinnert an den Eiffelturm in Paris, den Dom in Köln und erinnert doch daran, dass manch einer, den es in die Ferne zog, an die "alte Stadt mit ihrem Rittertor" denkt. Und auch wenn es hier weder Brauerei noch Weinberge gibt, schenkt man doch gerne Bier und Rebensaft aus, während man sich von der "Pumpenmarie", der schönsten Frau der Stadt, verzaubern lässt.

Nun wäre Friedhelm Dickmann nicht Friedhelm Dickmann, wenn er es dabei hätte bewenden lassen. Denn nach dem Erfolg dieses Heimatliedes kam man immer wieder gerne auf ihn zurück, wenn es in der Stadt etwas zu besingen gab. "Als in der Altstadt der Brunnen eingeweiht werden sollte, rief mich zwei Wochen vorher der damalige Bürgermeister Karl-Heinz Klingen an" , erzählt Friedhelm Dickmann. "Er meinte, diese Einweihung würde eine eher trockene Veranstaltung werden und fragte mich, ob ich nicht noch ein Lied zu diesem Anlass schreiben könnte." Das Ergebnis ist das "Brunnenlied", das er schließlich zur Einweihung des Altstadtbrunnens sang.

Ein ähnliches Stück hat er auch der Wölle Pomp gewidmet, die heute noch in der Dinslakener Altstadt zu sehen ist. "Die olde Pomp in ons'e Altstadt, die steht ömmer noch", heißt es da im Refrain. Auch wenn die Pumpe schon lange kein Wasser mehr fördere, sei sie doch ein schönes Symbol für die Stadt und die Pumpennachbarschaften, die sich früher die Wasserstelle teilten.

Manchmal machte Friedhelm Dickmann mit seinen Heimatliedern auch Werbung für bestimmte Ideen. Als Dinslakens ehemaliger Kämmerer Willi Brechling auf den Einfall kam, den alten Turm der Burg wieder aufbauen zu lassen, wandte er sich mit diesen Gedanken an Friedhelm Dickmann. Ein Lied über den Turm sollte es sein. Brechling schrieb den Text und Dickmann ersann eine Melodie dazu. So entstand "Der alte Turm in unserem Städtchen", ein Lied, das die Vorzüge eines wiederaufgebauten Turms preist. "Ich hätte es sehr schön gefunden, wenn man diese Idee in die Tat umgesetzt hätte", sagt Friedhelm Dickmann. "Leider fanden sich dafür nicht genügend Unterstützer."

Aber auch abseits der Altstadt und der schönen Flecken, die sich hier finden lassen, hat sich Friedhelm Dickmann musikalisch der Stadt gewidmet. "Hiesfeld ist schön", so beginnt der Refrain des gleichnamigen Liedes, das den Ortsteil mit der Windmühle und der Wassermühle am Rotbach besingt. "Uns're Heimat ist und bleibt Barmingholten", texte Dickmann über den Stadtteil zwischen Dinslaken und Oberhausen, die Heimat "seines" Chores, des Männergesangvereins "Liederkranz" Barmingholten, dessen Vorsitzender Friedhelm Dickmann lange war. "Diese beiden Lieder müssen wir eigentlich immer singen, wenn wir Konzerte geben", erklärt er zu seinen Heimatliedern.

Mit "Ja auch Eppinghoven liegt am Rhein" widmete Friedhelm Dickmann dem Stadtteil ein karnevalistisches Lied. Denn er gehört auch der Karnevalsgesellschaft "We sind wer dor" an, die dort ihren Sitz hat und bei der er früher mit Gitarre und spaßigen Texten in der Bütt stand. Aber auch Historisches weiß der Texter und Komponist zu vertonen. So besingt er in "Die Elfen von der Rouleersburg" jene Fliehburg, die früher einmal "zwischen Schlackenberg und Emscher stand". An die kann sich aber auch der 76-Jährige nicht mehr erinnern. "Ich kannte auch nur einen Ringwall, der noch davon übrig war", erzählt er.

Aber zwischendurch verschlägt es ihn aus der niederrheinischen Heimat an eine andere Ecke Deutschlands: in den Schwarzwald. Genauer gesagt nach Fußbach, einen Ort, zu dem er ebenfalls ein Heimatlied getextet hat, das vom dortigen Chor gerne angestimmt wird. Mittlerweile steht dort ein Wegweiser, der aufs 465 Kilometer entfernte Barmingholten deutet. "Darauf bin ich wirklich stolz", sagt der Kopf hinter den Dinslakener Heimatliedern.

Quelle: RP
 
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