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Serie Anne Bude
Der kleine Kiosk am Kreisverkehr

Serie Anne Bude: Der kleine Kiosk am Kreisverkehr
Günter Walter weiß, was seine Kunden wollen. FOTO: RP-Fotos (2) Martin Büttner
Dinslaken. Zwischen Gustav-Heinemann-Schulzentrum und Freibad in Hiesfeld sorgt Günter Walter am Kreisverkehr in seinem Kiosk für zufriedene Kunden. Besonders viele Schulkinder schauen auf dem Schulweg bei ihm und seiner Frau vorbei. Von Florian Langhoff

 Ins Kioskgeschäft stieg Günter Walter vor gut sieben Jahren richtig ein. Von seiner Frau, Helga Selatscheg übernahm der 58-Jährige den Kiosk am Kreisverkehr an der Hiesfelder Kirchstraße. Nun kümmert sich das Paar hier gemeinsam um die Kundschaft, wobei Helga Selatschek mittlerweile seit 35 Jahren hinter dem Tresen der Verkaufshalle steht. "Das ist schon eine ziemlich lange Zeit", kommentiert Günter Walter.

Der kleine Platz vor dem Kiosk am Kreisverkehr ist Dreh- und Angelpunkt des Verkaufsgeschäftes. Hier können die Kunden ans Verkaufsfenster kommen und Waren kaufen. Wer gerne etwas stöbern möchte, kann durch die Türe direkt neben dem Verkaufsfenster auch in den Laden kommen. Hier werden die Kunden direkt von einem bunt gefüllten Zeitschriftenregal in Empfang genommen. "Wir haben sehr viele Kunden, die regelmäßig kommen, um sich ihre Zeitung zu kaufen oder Zeitschriften mitzunehmen", erzählt Günter Walter. Für seine Stammkunden hält er die Druckerzeugnisse schon immer fertig sortiert parat.

Die Lage des Kiosks, der nur einige Hundert Meter Luftlinie vom Gustav-Heinemann-Schulzentrum entfernt ist, sorgt aber auch dafür, dass viele Schüler hier vorbeikommen. "Kurz nach Ende der sechsten Stunde ist der Platz vor dem Kiosk immer voll", erzählt Günter Walter. "Dann kommen die Schulkinder hier vorbei und wollen etwas Süßes haben - oder etwas Saures." Melonenkaugummi ist bei den Kindern anscheinend besonders angesagt. "Einige kommen auch schon vor der Schule vorbei und nehmen sich zwei von den Kaugummis für die Pausen mit", berichtet der Kioskbesitzer. Zehn Cent kostet das fruchtige Kauerlebnis. "Wenn ein Kind mal nur 15 Cent hat, dann bekommt es trotzdem noch den zweiten Kaugummi", verrät Günter Walter.

Zufriedene Kunden: Manfred Bonin und Enkel Philipp

Eine soziale Einstellung, die man als Kioskinhaber vermutlich auch braucht, schließlich hat man den ganzen Tag mit Menschen zu tun. Die finden im Kiosk am Kreisverkehr nicht nur Süßigkeiten und Zeitschriften. Auch Getränke, Tabakwaren und Eis gibt es hier zu kaufen und sogar einige Büchsen und Gläser mit Konserven, dazu Speiseöl, Kaffee, Zucker und Kaffeemilch. "Man kann hier alles bekommen, was man für eine schnelle Mahlzeit braucht", erklärt Günter Walter.

Zu dem besonderen Service gehört auch, dass er jeden Morgen schon um 7.30 Uhr im Kiosk steht, um die Kunden zu bedienen. Nicht nur, weil einige der Schüler schon vor Unterrichtsbeginn etwas Süßes haben möchten. "Morgens kommen immer sehr viele Kunden vorbei, die auf dem Weg zu Arbeit noch eine Zeitung oder eine Packung Zigaretten brauchen", sagt Günter Walter.

Da der Kiosk vor allem von den Stammkunden lebt, hat sich hier im Geschäft auch mit verlängerten Ladenöffnungszeiten und Verkäufen an Tankstellen nicht viel verändert. Außerdem profitiert der Laden von seiner guten Lage. "Im Sommer haben wir hier sehr viele Kunden, die auf dem Weg zum Freibad oder wieder nach Hause sind. Außerdem kommen sehr viele Radfahrer hier vorbei, die unterwegs zum Rotbachsee sind", berichtet der Kioskbesitzer. Auch am Vatertag kamen viele feiernde Väter auf ihrem Touren hier vorbei. "Dann stellen wir schon mal weitere Stehtische nach draußen, damit die Besucher auch Gelegenheit haben, hier zu verschnaufen", erzählt Günter Walter. Manfred Bonin kommt regelmäßig hier am Kiosk vorbei. "Eigentlich bin ich täglich hier, um mir eine Zeitung zu kaufen", erzählt er. Und wenn er seinen neunjährigen Enkel Philipp mit dabei hat, der gerade mit einem Kettcar seine Runden über den kleinen Platz vor dem Kiosk dreht, dann bekommt auch der immer was. "Meistens gibt es für ihn einen Schokoriegel." Allerdings kommt Manfred Bonin nicht nur wegen der Zeitung her. "Ich muss ja schließlich auch meinen Freund besuchen", sagt er und schaut zu Kioskbesitzer Günter Walter. "Wenn ich vorbeikomme, gehört ein kleines Gespräch immer mit dazu. Und manchmal wird auch richtig diskutiert. Über Politik zum Beispiel", erzählt der Stammkunde. Auch wegen dieser familiären Atmosphäre kommt er gerne hierher .

Quelle: RP
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